Salzburg: ÖBV bangt um Biomasseheizkraftwerke

Freitag, 26. Oktober 2018 | Autor: Joachim Berner

Energieverbrauch in Salzburg Energieverbrauch in Salzburg Salzburg weist beim Anteil von Bioenergie am Energieverbrauch mit 26 Prozent den dritthöchsten Wert unter allen Bundesländern in Österreich auf. Das zeigt ein vom Österreichischen Biomasse-Verband (ÖBV) durchgeführter Energiewende-Check.

Salzburg deckt mehr als ein Viertel seines Energiebedarf mit Bioenergie

Der Biomasseeinsatz in Salzburg hat sich laut dem Energiewende-Check Salzburg des ÖBV seit 1988 mehr als verdoppelt. Zu 44 Prozent stammt sie aus Hackgut, Rinde und Sägenebenprodukten, was den 8.000 Salzburger Waldbesitzern und 115 Betrieben der Säge- und Holzindustrie zu verdanken ist. Brennholz stellt 20 Prozent der Biomasse, gefolgt von Ablaugen der Zellstoffproduktion in Hallein (14 Prozent), Biotreibstoffen (acht Prozent) und Pellets (sechs Prozent). Der Bau zahlreicher Biomasseheizwerke und -heizkraftwerke hat seit 2005 zu einer Verdreifachung der biogenen Fernwärmeproduktion und einer Steigerung des Anteils erneuerbarer Fernwärme auf 60 Prozent geführt.

Holz ersetzt Heizöl

Fast ein Drittel der Haushalte in Salzburg sind an das Fernwärmenetz angeschlossen (70.000). Hackgut-, Pellets- und Scheitholzeinzelfeuerungen (46.700 Haushalte) haben seit kurzem Ölheizungen (46.500 Haushalte) überholt. “Dies liegt vor allem daran, dass die Anzahl der Ölkessel innerhalb von zwölf Jahren um fast 40.000 Stück zurückgegangen ist”, schreibt der ÖBV. Parallel dazu fiel der Anteil von Heizöl am Raumwärmebedarf von 43 auf 27 Prozent. Holzeinzelfeuerungen decken 34 Prozent des Wärmebedarfs, zusammen mit der biogenen Fernwärme kommt Bioenergie auf 44 Prozent. Konstant gehalten haben sich in den letzten Jahren Strom- und Gasheizungen, die jeweils bei etwa zehn Prozent der Haushalte im Einsatz sind.

ÖBV: Erhalt effizienter Holzkraftwerke für Klimaziele unumgänglich

Das gute Salzburger Ergebnis wird aber überschattet vom drohenden Aus für seine Holzkraftwerke. Aufgrund des Auslaufens der für 13 Jahre gewährten Ökostromtarife mussten die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Großarl, Lofer und Tamsweg in den vergangenen Monaten ihre Stromproduktion einstellen beziehungsweise senken. Innerhalb des nächsten Jahres laufen die Tarife für vier weitere Werke aus, sodass Ende 2019 möglicherweise nur noch wenige Heizkraftwerke in Betrieb sein werden. “Der Erhalt effizienter Bestandsanlagen ist wesentlicher Teil der Energiestrategie der Bundesregierung zur Erreichung des 100 % erneuerbaren Stromzieles für Österreich”, stellt der ÖBV fest. Es bleibe zu hoffen, dass rasch eine Lösung zum Fortbestehen der Bestandsanlagen gefunden werde.

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