Vorarlberg: Biomasse überholt Heizöl beim Heizen

Mittwoch, 14. November 2018 | Autor: Joachim Berner

Energieverbrauch in Vorarlberg Energieverbrauch in Vorarlberg In Vorarlberg hat Bioenergie kürzlich Öl als bedeutendsten Heizbrennstoff abgelöst. Das zeigt ein vom Österreichischen Biomasse-Verband (ÖBV) durchgeführter Energiewende-Check.

Vorarlberg heizt mehrheitlich mit Holz

Vier von zehn Haushalten in Vorarlberg heizen mit Biomasse. Holzenergie hat laut dem Energiewende-Check Vorarlberg des ÖBV in Einzelfeuerungen einen Anteil von 34 Prozent am Raumwärmemarkt. Fernwärme aus Biomasse hinzugerechnet, kommt die Holzenergie auf 41 Prozent. Die Zahl der Haushalte, die Scheitholz-, Pellets- oder Hackgutkessel als primäres Heizsystem nutzen, erhöhte sich seit 2003 um 5.000 Stück auf etwa 34.000. Bei der Rangliste der wichtigsten biogenen Brennstoffe führt Scheitholz (43 Prozent) vor Hackschnitzeln, Sägenebenprodukten und Rinde.

Zahl an Ölheizungen sinkt

Heizöl dagegen deckt laut ÖBV nur noch 29 Prozent des Raumwärmebedarfs. 2003 wärmte der fossile Brennstoff noch die Hälfte der Vorarlberger Wohnungen. Die Zahl der Ölheizungen hat sich seitdem von 63.000 auf 41.000 verringert. Aufgrund der Reduzierung des Heizölverbrauchs und milder Heizperioden verzeichnet der Gebäudesektor im Land seit 1990 einen Rückgang der Treibhausgasemissionen um 28 Prozent. Gas- und Stromheizungen konnten über die vergangenen Jahre ihre Anteile von zwölf beziehungsweise neun Prozent halten.

Biomasse-Heizwerk in Lech am Arlberg Biomasse-Heizwerk in Lech am Arlberg Fernwärme stammt fast ausschließlich aus Biomasse

Die in Vorarlberger Wohnräumen eingesetzte Fernwärme hat sich seit 2003 etwa verdoppelt. Rund 18.000 Haushalte sind an ein Fernwärmenetz angeschlossen. 125 Biomasse-Heizwerke und fünf Biomasse-Kraftwärmekopplungen sorgen für einen biogenen Anteil von 92 Prozent an der Fernwärmeproduktion – doppelt so viel wie im Bundesschnitt. Einzig das Burgenland erzielt mit 99 Prozent einen höheren Biomasse-Anteil bei der Fernwärme.

Solar muss noch aufholen

Wärmepumpen und Solarwärmeanlagen steuern 6,5 und 2,5 Prozent zur Raumwärmemenge bei. In Vorarlberg wurde 2016 mehr Solarwärme erzeugt als in Kärnten, Salzburg, Wien oder dem Burgenland. Bei der 2017 in Österreich installierten Kollektorfläche liegt das Bundesland auf Rang vier.

Trotz Erneuerbarer erreicht Vorarlberg sein Sparziel nicht

Trotz der Bedeutung erneuerbarer Energien am Raumwärmemarkt fällt das Fazit des ÖBV für Vorarlberg zwiespältig aus. Die laut Energiestrategie Vorarlbergs für 2020 geplante Reduktion des Raumwärmeverbrauchs um 20 Prozent gegenüber 2005 habe bisher nicht realisiert werden können. Eine Hürde auf dem Weg zur Energieersparnis: der Anstieg der Bruttogeschossfläche der Wohngebäude um 14 Prozent seit 2005.

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