Pelletsbranche diskutiert über Energiepolitik

Donnerstag, 07. April 2022 | Autor: Joachim Berner

Diskutierten Energiepolitik Diskutierten Energiepolitik Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Energiepolitik standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV). Die 100 in Berlin anwesenden und online zugeschalteten Teilnehmer:innen diskutierten Zukunftsfragen wie die Förderfähigkeit von Pelletsfeuerungen und die Versorgungssicherheit mit dem umweltfreundlichen Brennstoff.

Fragen der Energiepolitik und Förderung bestimmten DEPV-Mitgliederversammlung

“Eine verantwortungsvolle, vorausschauende Energiepolitik ist für die Wirtschaft und das Klima, aber auch für die allgemeine Sicherheit entscheidend”, betonte DEPV-Vorsitzende Beate Schmidt-Menig. Der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energiensei unabdingbar, wolle Deutschland bis 2045 CO2-neutral werde. Bedenken zur Zukunft von Pelletsfeuerungen zerstreute der im Bundeswirtschaftsministerium zuständige parlamentarische Staatssekretär Oliver Krischer(rechts im Bild): “Wir benötigen alle erneuerbare Energien zur Unabhängigkeit von russischem Gas und Öl. Daher werden alle modernen CO2-einsparenden Heiztechnologien in der Förderlandschaft der Bundesregierung berücksichtigt.” Er warnte angesichts der hohen Nachfrage nach regenerativen Heizsystemen davor, unterschiedliche Technologien wie Wärmepumpen und Pelletsfeuerungen gegeneinander auszuspielen. Zuvor hatte Schmidt-Menig angesichts zunehmend undifferenzierter Äußerungen von der Politik eine objektive und zugleich pragmatische Sicht auf die mit Abstand größte erneuerbare Energiequelle im Gebäudebereich gefordert: “Die Pelletheizung legitimiert ihre Förderfähigkeit durch höchste Ansprüche in Sachen Emission und Effizienz.“ Vor diesem Hintergrund dürften die technischen Anforderungen bei der anstehenden Novellierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude nicht verändert werden.

Versorgung: Importe könnten steigen

Die Versorgungssicherheit eines stark wachsenden Marktes lautete das Thema einer vom stellvertretenden DEPV-Vorsitzenden Martin Behr geleiteten Diskussion. Er verwies darauf, dass neben einer Erhöhung der heimischen, auf Sägerestholz basierenden Pelletsproduktion auch Brennstoffimporte sowie die Ausdehnung der Rohstoffbasis auf Waldholz an Bedeutung gewinnen würden. Christian Rakos, Geschäftsführer von Pro Pellets Austria, sieht die Möglichkeiten für Importe in mitteleuropäische Länder derzeit durch den stark angestiegenen Strompreis erheblich beeinflusst: “Das macht Pellets für Energieversorger zunehmend attraktiv. Auch in bisherigen Exportmärkten in Osteuropa werden Pellets künftig stärker für den Eigenverbrauch benötigt.” Importe aus Nordamerika können nach Einschätzung von Marius Hachenberg, Geschäftsführer von Enviva Deutschland, zur Versorgungssicherheit des deutschen Markts beitragen. In Zukunft eröffne vor allem der industrielle Wärmebedarf neue Absatzmöglichkeiten für die gesamte Branche. Georg Dischner, Leiter des Zentrums für Energieholz bei den Bayerischen Staatsforsten dagegen geht davon aus, dass im Land ausreichend nicht sägefähige Waldholzsortimente verfügbar sind, um eine steigende Nachfrage zu stillen. Ob sie stärker stofflich oder energetisch verwendet würden, sei eine Frage des Preises.

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