Helmut Schellinger kritisiert Energiepolitik
Die deutsche Pelletsbranche hat das erfolgreichste Jahr hinter sich. Bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) war jedoch die Sorge über die einseitige Energiepolitik der Bundesregierung zu spüren.
Einseitige Energiepolitik: 2023 muss sich die Branche auf härtere Zeiten einstellen
Der neu gewählte DEPV-Vorsitzende Helmut Schellinger (Foto) forderte die Ampelkoalition bei ihrer Energiepolitik zu Technologie- und Systemoffenheit für alle erneuerbaren Systeme auf. “Pelletanlagen sind höchst effizient, emissionsarm und nutzen Reststoffe. Zur wirtschaftlichen Erreichung der Klimaziele müssen sie weiterhin eine tragende Säule beim Heizungstausch bleiben”, forderte er bei der Mitgliederversammlung seines Verbands am 24. März 2023 in Berlin. Er wies auf die allgemeine Verunsicherung hin, die der Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung bei Verbraucher:innen wie beim Handwerk gleichermaßen hervorgerufen habe. Denn er bevorzugt elektrische Wärmepumpen beim Heizungstausch. Der DEPV will sich in den kommenden Wochen für eine deutliche Nachbesserung des Gesetzentwurfs einsetzen und gleiche Bedingungen für die Wärmeerzeugung mit Holz und Pellets fordern.
Ex-Minister stellt sich hinter den DEPV
Der ehemalige baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller unterstützt den Verband bei seinen Forderungen. “Die Pelletproduktion in Deutschland beruht fast ausschließlich auf der Verwertung von Sägeresthölzern”, sagte er bei seinem Vortrag während der Mitgliederversammlung. Zudem hätten moderne Holz- und Pelletsheizungen von den staatlich geförderten Anlagen bisher die mit Abstand höchste CO2-Einsparung erbracht. Daher sei die im Gebäudeenergiegesetz vorgesehene aufwändige und teure Kombipflicht mit Solarthermie oder Photovoltaik kontraproduktiv. Mit über 100 Teilnehmer:innen verzeichnete die DEPV-Mitgliederversammlung einen Besuchsrekord. Mittlerweile gehören 194 Unternehmen dem Verband an, darunter Brennstoff-, Feuerungs- und Zubehörhersteller, Pelletshändler und Contractoren sowie Energieberatungsbüros und Handwerksbetriebe. Über sein Tochterunternehmen Deutsches Pelletinstitut bietet der DEPV unter anderem Marktmonitoring, Qualitätssicherung und Weiterbildungen an.