Deutschland erreicht Klimaschutzziel nicht

Donnerstag, 03. März 2016 | Autor: Joachim Berner

Deutschland wird seine Treibhausgasemissionen bis 2020 nur um 32 Prozent gegenüber 1990 mindern und damit sein Klimaschutzziel, 40 Prozent weniger auszustoßen, deutlich verfehlen. Das ist das Ergebnis der Kurzstudie “Die Energiewende nach COP 21 – Aktuelle Szenarien der deutschen Energieversorgung “, die der renommierte Energieexperte Joachim Nitsch für den Bundesverband Erneuerbare Energie verfasst hat.

Klimaschutzziel auf lange Sicht außer Reichweite

Auf bessere Zahlen kommt Nitsch auch beim langfristigen Klimaschutzziel nicht. Im Dezember 2015 hatte der Klimaschutzgipfel in Paris beschlossen, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten und langfristig unter 1,5 Grad Celsius zu stabilisieren. Um das Ziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen um mindestens 95 Prozent sinken. Mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium geplanten Deckel beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und ohne zusätzliche Reduktionsmaßnahmen im Wärmemarkt und Verkehrssektor wird Deutschland laut Nitsch nur eine Treibhausgasminderung von 58 Prozent gegenüber 1990 erreichen. “Die derzeitige Energiewendepolitik lässt noch keine kohärente Strategie erkennen, mit der die großen Herausforderungen eines Komplettumbaus aller Sektoren der Energieversorgung in der notwendigen Zeit bis 2050 wirksam bewältigt werden könnten”, lautet das Fazit des Wissenschaftlers.

Wärmemarkt braucht mehr erneuerbare Energie

Die Konsequenz aus der Sicht von Nitsch: “Verstärkt sich die Umbaudynamik im gesamten Energiesektor nicht erheblich, würden die fossilen Energieträger auch noch zur Jahrhundertmitte mit einem Anteil von 70 bis 75 Prozent das Energiesystem dominieren.” Als wichtige Gründe, warum Deutschland sein Klimaschutzziel verfehlt, nennt er den langsamen Ausstieg aus der Kohlekraft, den gestiegenen Absatz von Ölheizungen und den zunehmenden Verkauf kraftstoffintensiver Fahrzeuge. Anstrengungen, das Klimaschutzziel zu erreichen, seien vor allem im Wärme- und Verkehrsbereich nötig, das der Anteil erneuerbarer Energien in ihnen besonders gering seien.

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