Verband will Ökowärme stärken

Mittwoch, 24. Februar 2016 | Autor: Joachim Berner

Eine Kehrtwende hin zu Ökowärme ist nach Einschätzung des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) nicht in Sicht. “Noch immer werden in Deutschland zu wenige Heizungsanlagen ausgetauscht und zu selten kommen erneuerbare Energien zum Einsatz”, bemängelt Geschäftsführer Hermann Falk. Deutschland heize weiterhin klimaschädlich.

Ökowärme hinkt hinterher

Nach Angaben des Verbands ging der Verkauf von Biomassekesseln, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen im vergangenen Jahr stark zurück, während konventionelle Heizungen zulegen konnten. Gemessen an den fast 21 Millionen Heizungen in Deutschland habe die Austauschrate mit gerade einmal etwas über 80.000 Ökowärmeheizungen bei 0,5 Prozent gelegen. Falk nennt drei Gründe für das “Debakel”:

  • Erstens würden die niedrigen Brennstoffpreise für Heizöl und Erdgas nicht die wahren Klima- und Gesundheitskosten zeigen und einen fairen Wettbewerb mit Ökowärme verhindern.
  • Zweitens setzte die Bundesregierung falsche Anreize, wenn sie Steuergelder für die Förderung von Öl- und Gaskesseln ausgebe. Das novellierte Marktanreizprogramm könne diesen Nachteil nur teilweise ausgleichen.
  • Drittens fehle es konkreten Maßnahmen, die Dekarbonisierung des Wärmemarktes voranzutreiben. Die Nutzungspflicht für erneuerbare Energien müsse neben Neubauten auf den Gebäudebestand ausgeweitet werden.

BEE fordert einen Mindestanteil für Ökowärme

Der BEE hat  die Abgeordneten des Deutschen Bundestags deshalb aufgefordert, die Chancen der Ökowärme zu stärken. “Das aus dem Jahr 2008 stammende Ziel der Bundesregierung, den Anteil Erneuerbarer Wärme auf 14 Prozent bis 2020 zu steigern, ist  längst vom Klimaschutzabkommen von Paris und der Effizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung überholt”, sagt Falk. Das 2020-Ziel müsse demnach erhöht werden und das Tempo beim Zubau massiv zulegen. Der BEE schlägt vor, im Zuge der von der Bundesregierung geplanten Zusammenlegung von Energieeinsparverordnung und Erneuerbaren-Wärmegesetz die CO2-Emissionen der Energieträger und einen Mindestanteil an erneuerbaren Energien zu berücksichtigen.

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