Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat an die Bundesregierung appelliert, die Wärmewende anzukurbeln. Er fordert, die Fördermittel für erneuerbare Wärme im nächsten Jahr um 140 Millionen Euro auf knapp 550 Millionen zu erhöhen.
Marktanreizprogramm wirkt
Offenbar, so zeigen laut BEE die Haushaltsberatungen, sollen die Fördergelder nur geringfügig aufgestockt werden. “Damit besteht die Gefahr, dass die bereitgestellten Mittel im nächsten Jahr nicht ausreichen”, sagt BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Folge: Es würde Unsicherheit genau in jener Zeit geschaffen, in der die Nachfrage nach sauberen Wärmetechnologien angezogen habe. Die Anfang April dieses Jahres überarbeitete Richtlinie für das Marktanreizprogramm zeige jetzt Wirkung. “Wenn jetzt nicht Geld nachfließt, fällt die sowieso zarte Dynamik wieder in sich zusammen”, klagt Falk.
Wärmewende braucht mehr Geld
Die Branche schätzt, dass der Mittelbedarf im nächsten Jahr auf über 500 Millionen Euro steigen könnte. Um zu vermeiden, dass mitten im Jahr die Förderung aufhören muss, sollte der Haushaltsansatz mindestens zehn Prozent über dem geschätzten Bedarf liegen. “Der Wärmemarkt benötigt diese Unterstützung; der Aufschwung beginnt ohnehin auf einem sehr niedrigen Niveau”, erklärt Falk. Aufgrund der geringen Anreize hätten 2014 nur noch rund 60.000 Hauseigentümer ihre Heizung mithilfe der Förderung auf erneuerbare Wärme umgestellt, während es 2010 immerhin noch mehr als 145.000 und 2009 gar über 255.000 gewesen wären.