Schadholz im Wald
Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer macht dem heimischen Wald immer mehr zu schaffen. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich in den geschwächten Bäumen besonders schnell aus – mit gravierenden Folgen für den Waldbestand. Das meldet das Statistische Bundesamt.
Wald: Der Schadholzeinschlag durch Insektenbefall hat sich binnen fünf Jahren mehr als verzehnfacht
Der Insektenbefall in den deutschen Wäldern ist laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) inzwischen die Hauptursache für den Einschlag von Schadholz. Fast drei Viertel der insgesamt eingeschlagenen Schadholzmenge von 60,1 Millionen Kubikmetern ließ sich im Jahr 2020 darauf zurückführen. 2015 hatte der Anteil noch bei einem Viertel gelegen. Damals waren Wind und Sturm – darunter insbesondere Orkan Niklas im März 2015 – die Hauptursache für den Einschlag des Schadholzes. Heute leiden unter dem Borkenkäferbefall insbesondere Nadelbäume, allen voran die Fichten. Die Klimakrise begünstigt die Entwicklung. Die eingeschlagene Schadholzmenge fiel 2020 insgesamt fast fünfmal so hoch wie 2015.
Anteil von Schadholz am Gesamteinschlag erreicht Rekordhoch
Die fortschreitende Schädigung des Waldbestands zeigt sich auch im wachsenden Anteil des Schadholzes am Holzeinschlag insgesamt. Im vergangenen Jahr stammten drei Viertel des eingeschlagenen Holzes von geschädigten Bäumen. Im Jahr 2015 lag der Anteil des Schadholzes am Gesamtholzeinschlag bei knapp einem Viertel. Insektenbefall und längere Trockenperioden können bei Bäumen zu Nadel- und Blattverlusten führen. Verlichtete Kronen sind daher ein nach außen sichtbares Zeichen für Waldschäden. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg laut der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf 37 Prozent im Jahr 2020. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984.