Klimakrise lässt Wälder in Mitteleuropa austrocknen

Freitag, 03. Juli 2020 | Autor: Joachim Berner

Leidende Wälder: Sterben einer Buche Leidende Wälder: Sterben einer Buche Mitteleuropas Wälder sterben den Hitzetod. Als Ursache nennt ein Forscherteam der Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU) die Klimaextreme.

Wie Klimaextreme die Wälder schädigen

So heiß und trocken wie 2018 war kein Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag von April bis Oktober 2018 im Mittel um 3,3 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Die Wälder in Mitteleuropa sind davon nachhaltig geschädigt. Das damals ausgelöste Baumsterben wird noch Jahre andauern. Das prophezeit Professor Bernhard Schuldt von der JMU: “Bei solchen Temperaturen kommt unsere mitteleuropäische Vegetation an ihre Grenzen.” Zusammen mit weiteren Forscherinnen und Forschern aus Deutschland und der Schweiz hat er mit physiologischen Messungen gezeigt, dass Bäume bei zu großer Hitze zu viel Wasser über ihre Oberfläche verlieren. “Dadurch wird die Saugspannung in den Leitungsbahnen des Holzes zu groß, und das führt letztendlich zum Versagen des Wasserleitsystems”, erklärt der Pflanzenökologe. Schon im Verlauf des Sommers traten deshalb bei vielen forstwirtschaftlich wichtigen Baumarten schwere dürrebedingte Stress-Symptome auf. Das Laub welkte, alterte und wurde frühzeitig abgeworfen. Die wahren Ausmaße zeigten sich dann 2019: Viele Bäume trieben nicht mehr aus – sie waren abgestorben. Andere hatten den Trocken- und Hitzestress des Vorjahres überlebt, aber nicht verkraftet. Sie wurden zunehmend anfälliger für einen Befall mit Borkenkäfern oder Pilzen.

Abgestorbene Buchen im Steigerwald Abgestorbene Buchen im Steigerwald Forscherinnenteam fordert Umbau des Forsts zu Mischwäldern

“Fichten sind am stärksten betroffen, denn ihr natürlicher Lebensraum in Mitteleuropa liegt in feuchten und kühlen Bergwäldern, nicht in Tieflagen”, erklärt Schuldt. Viele Expertinnen und Experten habe überrascht, dass auch Buchen betroffen seien. Ihn eingeschlossen: “Hier in Unterfranken habe ich mehrere Bestände gesehen, die komplett eingegangen sind.” Dennoch würden Buchen zum Teil noch als Zukunftsbäume eingestuft. Und das, obwohl ihre Toleranz gegenüber Trockenheit schon seit dem Hitzejahr 2003 kontrovers diskutiert wird. Auch das Frühjahr 2020 fing zu warm und zu trocken an. Der Regen im Juni hat die Lage laut Schuldt zwar abgemildert, aber das Wasserdefizit in den tieferen Bodenschichten sei mit Sicherheit nicht behoben. Darum geht er davon aus, dass in den Folgejahren betroffene Bäume vermehrt absterben werden. Zumindest lokal werde es darum zu einem Umbau der Wälder kommen müssen. Nötig seien Mischwälder mit möglichst trockenresistenten Baumarten.

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