Deutsche Wälder wachsen – und leiden

Montag, 05. August 2019 | Autor: Joachim Berner

Wälder werden vermessen Wälder werden vermessen Die deutschen Wälder wachsen, weil mehr Holz nachkommt als genutzt wird. Das meldet das Thünen-Institut. Doch sie leiden unter der Klimakrise, wendet der Naturschutzbund (NABU) ein. 

Struktur der Wälder in Deutschland hat sich verbessert

“Der Holzvorrat in deutschen Wäldern ist gegenüber der letzten Bundeswaldinventur 2012 um sechs Prozent gestiegen”, schreibt das Thünen-Institut in einer Presseinformation. Deutlich mehr Holz sei nachgewachsen als genutzt worden sei. Damit habe sich der Vorratsanstieg deutlich beschleunigt: “In den vergangenen fünf Jahren ist mit Vorratsfestmeter pro Hektar genauso viel Vorrat aufgebaut worden wie in den zehn Jahren davor”, erklärt Thünen-Wissenschaftler Thomas Riedel. Mit einem Holzvorrat von aktuell 3,9 Milliarden Kubikmetern sei Deutschland das holzreichste Land der Europäischen Union. Auch die Waldstruktur habe sich verändert: Es gebe zwölf Prozent mehr alte Wälder über 120 Jahre. “Damit hat sich der Trend zu älteren Wäldern mit dickeren Bäumen fortgesetzt”, stellt Riedel fest. Das Thünen-Institut hat die Daten bei der Kohlenstoffinventur ermittelt. Dabei handelt es sich um eine Art kleine Bestandsaufnahme zwischen den großen, alle zehn Jahre stattfindenden Bundeswaldinventuren.

Klima setzt dem Wald zu

“Unserem Wald geht es schlecht”, meldet dagegen die Naturschutzorganisation NABU. Sich stark vermehrende Eichenprozessionsspinner und Borkenkäfer, ausgetrocknete Böden, vertrocknende Waldbäume, die Zunahme von Waldbränden – all das seien Auswirkungen der Klimakrise. “Die durch Insektenbefall stark in Mitleidenschaft gezogenen forstlichen Monokulturen sollten uns ein Warnsignal sein”, erklärt der waldpolitischer Sprecher Heinz Kowalski. “Die Entwicklung, die unsere Wälder gerade nehmen, ist besorgniserregend.” Naturnahe Wälder und ihre Böden nennt er als starke Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise. Bäume, die hundert und mehr Jahre alt werden, würden die Chance bieten, atmosphärischen Kohlenstoff längerfristig zu binden. Deshalb müsse alles getan werden, um die Senkenfunktion der Wälder zu erhalten und durch Neupflanzungen mit Laubbäumen im Wald nach Möglichkeit zu verbessern.

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