Podcast Gebäudewende
Trotz ihres großen Potenzials zur Senkung von Energieverbrauch und Emissionen ist die Dämmung zuletzt in den Hintergrund geraten. Ein Experte hält dagegen.
Experte erklärt Dämmung
In der 44. Folge des Podcasts Gebäudewende der Fachzeitschrift Gebäude-Energieberater diskutiert Redakteur Markus Strehlitz mit Florian Maiwald vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg über das Potenzial von Dämmung zur Energieeinsparung. Ein zentrales Hemmnis für eine stärkere Umsetzung von Dämmmaßnahmen sieht er in politischen Unsicherheiten und widersprüchlichen Signalen. Die energetischen Anforderungen an Bestandsgebäude, insbesondere die U-Werte für Sanierungen, stammen noch aus dem Jahr 2009 und wurden seither nicht verschärft. „Das kann bei Eigentümerinnen und Eigentümern den Eindruck erwecken, dass weitere Verbesserungen nicht notwendig oder nicht gewollt sind“, sagt der Experte. Gleichzeitig gebe es starke Stimmen aus der Wohnungswirtschaft, die Dämmung als zu teuer kritisieren, was die öffentliche Debatte zusätzlich präge.
Dämmung muss nicht teuer sein
Maiwald geht im Podcast-Gespräch ausführlich auf typische Vorbehalte gegen Dämmung ein. Häufig werde diese pauschal als zu teuer wahrgenommen, weil sie mit einer umfassenden Komplettsanierung gleichgesetzt werde. Tatsächlich sei auch eine schrittweise Verbesserung sinnvoll. Wirtschaftlich sei es wichtig, zwischen Gesamtkosten einer Sanierung und energiebedingten Mehrkosten zu unterscheiden: Zusätzliche Zentimeter Dämmung verursachen oft nur geringe Mehrkosten, da Gerüst, Planung und Anfahrt ohnehin anfallen. Weitere Themen, die Mailwald im Podcast anspricht, sind Fördermaßnahmen sowie Dämmstoffe mit ihren ökologischen Eigenschaften. Die Podcast-Folge macht deutlich: Dämmung bleibt trotz aller Debatten ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gebäudesanierung.