Gebäudedämmung im Test
Zur Gebäudedämmung kursieren viele Falschinformationen und Vorurteile. Die Verbraucherzentrale NRW klärt über fünf der häufigsten Irrtümer auf.
Irrtum 1: Gebäudedämmung rechnet sich nicht
Außenwände dämmen ist häufig günstiger als eine neue Heizung installieren. In den meisten Fällen rechnet sich die Investition in die Gebäudedämmung nach weniger als 15 Jahren. Sanierte Wände haben zudem eine lange Lebensdauer von mehr als 40 Jahren. So lässt sich langfristig Geld sparen. Eine Dachdämmung amortisiert sich zwar nicht ganz so schnell wie eine Fassadendämmung, zahlt sich aber langfristig ebenso aus. Weiterer Vorteil: Mit der energetischen Aufwertung von Dach oder Fassade steigt der Wert der Immobilie.
Irrtum 2: Dämmmaterial ist Sondermüll
Bei den heutzutage gängigen Dämmmaterialien handelt es sich um expandiertes Polystyrol (EPS) und extrudierten Polystyrol-Hartschaum (XPS). Früher enthielten die daraus hergestellten Dämmplatten ein als gefährlich geltendes Flammschutzmittel. Darum müssen entsprechende Dämmstoffe, die vor 2016 verbaut wurden, getrennt entsorgt werden. Seit 2016 dürfen solche Dämmstoffe in Deutschland nicht mehr verwendet werden. Wer einen der zahlreichen anderen Dämmstoffe einsetzt, beispielsweise Mineralwolle oder Naturdämmstoffe, braucht sich wegen Sondermüll keine Gedanken machen.
Irrtum 3: Gebäudedämmung aus Glaswolle gefährdet die Gesundheit
Seit 2005 wird keine Glas- oder Steinwolle mehr in Deutschland verkauft, die als krebserregend eingestuft wäre. Die Fasern des Materials wurden weiterentwickelt, sodass diese Art von Dämmwolle als unbedenklich angesehen werden kann. Allerdings kann sie bei direktem Hautkontakt reizend wirken, weshalb es ratsam ist, bei der Verarbeitung Handschuhe zu tragen. Es besteht jedoch kein gesundheitliches Risiko.
Irrtum 4: Gebäudedämmung erhöht das Brandrisiko
Diese Falschinformation bezieht sich hauptsächlich auf Hartschaumplatten aus EPS. Fachauswertungen und Statistiken zeigen jedoch, dass sie äußerst selten den Brandverlauf beeinflussen. Die seltenen Vorfälle resultieren häufig aus einem unsachgemäßen Zustand des gesamten Wärmedämmverbundsystems, das aus Dämmstoff, Befestigung und Putzschichten besteht.
Irrtum 5: Dämmung verursacht Schimmel
Die meisten Dämmstoffe sind nicht dicht genug, dass sie eine Feuchteregulierung verhindern. Bei der Installation gilt es allerdings folgendes zu bedenken: Die Gebäudedämmung sollte von außen nicht zu stark abgedichtet werden, etwa mit einem falsch gewählten Außenputz. Eine korrekt ausgeführte Gebäudedämmung durch einen Fachbetrieb verringert letztendlich immer das Risiko, dass sich Schimmel bildet.
Weitere Informationen: www.verbraucherzentrale.nrw