Niederösterreich schreitet bei Wärmewende voran

Montag, 13. August 2018 | Autor: Joachim Berner

Energieverbrauch in Niederösterreich Energieverbrauch in Niederösterreich Vor einem Jahr hat der Landtag in Niederösterreich ein Ölkesselverbot erlassen. Im kommenden Jahr tritt es in Kraft. Der Österreichische Biomasse-Verband (ÖBV) nennt das Bundesland deshalb einen Vorreiter in Sachen Wärmewende.

Niederösterreich: Zahl an Ölheizungen stark gesunken

In einem aktuellen Datenblatt zur Wärmewende informiert der ÖBV über den Stand der Bioenergie in Niederösterreich. Demnach sind Holzbrennstoffe mengenmäßig der wichtigste Energieträger zum Heizen (43,2 Prozent), vor Erdgas (30,2 Prozent) und Heizöl (16,6 Prozent). Insbesondere Heizöl hat an Bedeutung verloren. Die Zahl der Haushalte, die mit dem fossilen Energieträger heizen, ist in den vergangen zwölf Jahren um ein Drittel von 140.000 auf 92.000 gesunken. Den größten Anstieg bei den Heiztechnologien verzeichneten die Solarthermie und Wärmepumpen von 7.000 auf 75.000 Haushalte und die Fernwärme von 35.000 auf 91.000 Haushalte. Der Anstieg der Fernwärme ist laut ÖBV vor allem dem Bau neuer Biomasse-Heizkwerke zu verdanken. 234.000 Haushalte in Niederösterreich besitzen eine Gasheizung.

Erdölraffinerie erzeugt 15 Prozent der Treibhausgasemissionen in Niederösterreich

Niederösterreich weist den höchsten Bruttoinlandsverbrauch an Energie im Land auf und verbraucht über ein Viertel der Energie der Republik. Seit 1988 ist sein Energieverbrauch um fast 60 Prozent angestiegen. Erdöl dominiert mit einem Anteil von 50 Prozent. Mit der Raffinerie in Schwechat versorgt sich das Land zu 16 Prozent aus eigener Erdölproduktion. Die Erdölraffinerie ist für 15 Prozent der Treibhausgasemissionen des Bundeslandes verantwortlich. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch liegt mit 34,3 Prozent etwas über dem Österreichschnitt. Mit 59 Prozent ist Biomasse die wichtigste erneuerbare Energie, der vierthöchste Wert unter allen Bundesländern. Zwischen dem Jahren 1988 und 2016 hat sich der Einsatz von Bioenergie fast verdreifacht. Während der Brennholzverbrauch in der Zeit etwas gesunken ist, verzwanzigfachte sich die Nutzung biogener Brenn- und Treibstoffe. Wichtigste Sortimente sind Hackgut und Sägenebenprodukte mit 41 Prozent, gefolgt von Brennholz (24 Prozent), Biotreibstoffen (9,1 Prozent) und Biogas (neun Prozent).

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