Klimapaket: Das ändert sich für Hauseigentümer

Freitag, 10. Januar 2020 | Autor: Joachim Berner

Energieberaterin informiert über Klimapaket Energieberaterin informiert über Klimapaket Mit dem überarbeiteten Klimapaket der Bundesregierung ändern sich die Förderbestimmungen in Deutschland. Die neuen Regeln verbilligen gedämmte Häuser, die erneuerbare Energien nutzen, und verteuern die Energiekosten unsanierter Gebäude mit fossilen Heizungen. Darauf weist das Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Klimapaket führt Kohlendioxidpreis bei Heizungen ein

“Bei Heizungen auf Basis fossiler Energien werden sich die Energiekosten durch den geplanten Kohlendioxidpreis künftig deutlich erhöhen”, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. In den ersten fünf Jahren betrage der Zuschlag für einen jährlichen Verbrauch von 2.000 Liter Heizöl beispielsweise rund 1.200 Euro. Für 2021 ist ein Einstieg mit einem Preis von 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid für Brenn- und Kraftstoffe vorgesehen. Die Emissionsabgabe steigt 2022 auf 30 Euro, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro.

Energetische Sanierung rechnet sich steuerlich

Menschen, die dagegen Energie sparen oder auf umweltfreundliche Wärme setzen, profitieren vom Klimapaket. Wer ab diesem Jahr seine Heizungsanlage erneuert, Fenster modernisiert, die Gebäudehülle dämmt oder eine Lüftungsanlage einbaut, darf 20 Prozent von bis zu 200.000 Euro Kosten, maximal 40.000 Euro, über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen. Im ersten Jahr können sieben Prozent, bis zu 14.000 Euro, im zweiten Jahr der gleiche Betrag und im dritten Jahr sechs Prozent, maximal 12.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden. Die Regelung gilt zunächst von 2020 bis 2029. Auch Kosten für Energieberater sollen künftig als Aufwendungen für energetische Maßnahmen gelten. Sie können sogar zu 50 Prozent von der Steuerschuld abgezogen werden.

Von Öl auf Pellets umsteigen Von Öl auf Pellets umsteigen Den höchsten BAFA-Zuschuss gibt es für den Austausch einer Ölheizung

Seit 1. Januar 2020 gilt zudem die Austauschprämie für alte Ölheizungen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt bis zu 45 Prozent der Investitionskosten, wenn bei einem Kesseltausch eine Ökoheizung eingebaut wird. Wer seine Ölheizung etwa durch eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe ersetzt, erhält den Zuschuss in voller Höhe. Für eine Erdgas-Hybridheizung mit einem erneuerbaren Anteil von mindestens einem Viertel – beispielsweise durch den Einsatz von Solarthermie – gibt es einen Investitionszuschuss von 40 Prozent. Auch für effiziente und klimafreundliche Heizungen, die keine alte Ölheizung ersetzen, gibt es Investitionszuschüsse des BAFA: 35 Prozent für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen und 20 Prozent für Gas-Brennwertanlagen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind. Neue Ölheizungen werden nicht mehr gefördert. Für alle Maßnahmen braucht es einen hydraulischen Abgleich.

KfW verbessert Förderung für Effizienzhäuser

Geht es um Dämmungen, neue Fenster, die Heizungsoptimierung oder den Anschluss an Wärmenetze, können Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die ihr selbstgenutztes Wohneigentum sanieren lassen wollen, auch auf die stark aufgewerteten Förderprogramme der Förderbank KfW zurückgreifen. Die förderfähigen Kosten zum KfW-Effizienzhaus steigen von 100.000 Euro auf 120.000 Euro. Ein Zuschuss ist je nach Effizienzhausstandard zwischen 30.000 und 48.000 Euro möglich. “In finanzieller Hinsicht sind die KfW- und BAFA-Gelder jetzt ähnlich attraktiv wie die neue steuerliche Abschreibung”, erklärt Hettler. Je nach individuellem Steuersatz könnten aber Unterschiede zu Tage treten. Eines sei auf alle Fälle sicher: “Die Zeit ist nun wirklich reif für klimafreundliche Heizungen.”

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