Wälder nehmen kontinuierlich Kohlendioxid auf, das wichtigste Treibhausgas der Atmosphäre. Ein Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena hat nun zwei wesentliche Faktoren herausgefunden, die dabei eine Rolle spielen: Je älter die Waldbestände und je größer deren Artenvielfalt, desto konstanter und stabiler können sie Kohlendioxid aufnehmen.
Alter der Wälder ist wichtiger als Artenreichtum
Kohlendioxid wirkt in der Atmosphäre als Treibhausgas und trägt zur Erwärmung der Erdoberfläche bei. Pflanzen nehmen atmosphärisches Kohlendioxid durch Photosynthese auf und sie nutzen den gewonnenen Kohlenstoff zum Aufbau von Biomasse. Einen Teil des Kohlendioxids geben sie wieder ab. Insgesamt nehmen Pflanzen, insbesondere Wälder, weltweit mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf als sie wieder abgeben. Sie kompensieren dadurch teilweise die durch Menschen verursachten Emissionen. Doch die Aufnahmefähigkeit der Landpflanzen unterscheidet sich von Jahr zu Jahr. Auf der Suche nach den Gründen analysierte das Forscherteam Datensätze von über 50 weltweit verteilten Waldgebieten. Ihr Ergebnis: Die Aufnahmefähigkeit der Wälder für Kohlendioxid hängt im Wesentlichen von ihrem Alter und Artenreichtum ab – wobei das Alter wichtiger ist als der Artenreichtum.
BACI-Projekt: Wie Ökosysteme mit der Atmosphäre interagieren
Alte Wälder und deren Artenreichtum zu bewahren, sollte laut der Forscherinnengruppe daher helfen, die Auswirkungen von Klimaschwankungen auf die Waldökosysteme der Erde zu verringern. Alte Wälder bedecken derzeit etwa 15 Prozent der gesamten Erdoberfläche. Die Studie resultiert aus dem europäischen BACI-Projekt (Biosphere-Atmosphere Change Index). “Mit dem BACI-Projekt wollen wir das Verständnis verbessern, wie unsere Ökosysteme mit der Atmosphäre interagieren“, erläutert Koordinator Miguel Mahecha vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie. Zu diesem Zweck analysieren die Forscherinnen und Forscher eine Vielzahl von Daten, unter anderem aus Biodiversitätsexperimenten, Fernerkundung und Langzeitmessungen.
Den Originalbericht finden Sie in einer Veröffentlichung des Journals Nature.