Germanwatch äußert sich enttäuscht zum Klimagipfel

Mittwoch, 28. April 2021 | Autor: Joachim Berner

Mit zum Teil ambitionierten neuen Zusagen zu mehr Klimaschutz hatte der Klimagipfel “Climate Leaders Summit” vielversprechend begonnen. Doch im Nachhinein fällt die Bilanz ernüchternd aus, meint die Klimaschutzorganisation Germanwatch.

Was der Klimagipfel nicht gebracht hat

“Die bisherigen Zusagen der Industrieländer zur internationalen Klimafinanzierung reichen bei weitem nicht aus”, sagt David Ryfisch, Leiter des Teams Internationale Klimapolitik bei Germanwatch. Die Industrieländer würden die armen Länder des Globalen Südens bei der Bewältigung der durch die Corona-Pandemie noch verstärkten Krisen weitgehend allein lassen. Die USA hätten zwar eine Verdopplung ihrer Finanzhilfen für Klimaschutz und -anpassung im globalen Süden bis 2024 angekündigt. Die Summe reicher aber nicht aus, um wenigstens die US-Beiträge wettzumachen, die in den vier Jahren unter Trump ausgeblieben seien. Deutschland kann nach Meinung von Ryfisch eine Trendwende herbeiführen: “Die Bundeskanzlerin sollte beim Petersberger Klimadialog in zwei Wochen eine Verdopplung der internationalen Klimafinanzierung aus Deutschland bis 2025 ankündigen.”

Was der Klimagipfel gebracht hat

Als positive Ergebnisse des Gipfels hebt Germanwatch die angekündigten Energiepartnerschaften der USA mit Indien sowie mit Japan zur Unterstützung des Indo-Pazifikraums hervor. Zudem hätten nach Großbritannien nun auch die USA angekündigt, aus der Unterstützung für fossile Energieträger durch Entwicklungs- und Exportfinanzierung auszusteigen. Südkorea, einer der wichtigsten Finanzierer von Kohle international, sagte den Ausstieg aus der internationalen Kohleunterstützung zu. “Südkoreas Ankündigung ist ein riesiger Schritt”, erklärt Ryfisch. Internationaler Druck müsse nun die letzten Bastionen der Kohlefinanzierung, Japan und China, ins Visier nehmen.

Germanwatch fordert Schuldenschnitt für Klimamaßnahmen

Die wenigen zum Gipfel eingeladenen Entwicklungsländer forderten neben mehr Taten bei der Klimafinanzierung die Möglichkeit, zusätzliche Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung im Gegenzug für Schuldenschnitte leisten zu können. “Die Schuldenkrise droht ambitionierten Klimaschutz in den Entwicklungsländern immer mehr abzuwürgen”, kommentiert Rixa Schwarz, Co-Teamleiterin für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch. Ein Schuldenschnitt für Klimaschutzmaßnahmen könnte helfen und müsse deshalb zügig geprüft werden.

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