CO2-Emssionen pro Kopf in Deutschland
Der neue Climate Transparency-Report sieht wenig Fortschritte beim Klimaschutz in den G20-Staaten. Auch Deutschland schneidet schlecht ab.
Climate Transparency-Report: 1,5-Grad-Ziel wird mit bisheriger Politik nicht erreicht
Der neue Climate Transparency-Report zeichnet ein besorgniserregendes Bild beim Klimaschutz der größten Industrie- und Schwellenländer. Der Bericht der internationalen Partnerschaft Climate Transparency kommt zu dem Schluss, dass die bisherigen Fortschritte aller G20-Staaten deutlich zu klein sind, um das 1,5 Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Die Lage habe sich mit Abflauen der Corona-Pandemie sogar noch verschlimmert. So würden die Emissionen weltweit ansteigen und drohen, zum Teil die Werte von 2019 zu übertreffen. Außerdem sei mit 300 Milliarden US-Dollar bisher nur ein Bruchteil der Corona-Wiederaufbauhilfen von ingesamt 1,8 Billionen US-Dollar in nachhaltige Bereiche investiert worden. “Wenn die G20-Staaten jetzt nicht sehr zügig gegensteuern und Maßnahmen umsetzen, die deutliche Emissionsminderungen noch vor 2030 erreichen, droht das 1,5 Grad-Limit unerreichbar zu werden”, sagt Jan Burck von Germanwatch.
Report analysiert Klimaschutzmaßnahmen der G20-Staaten
Zwar steigt laut Burck der Anteil der erneuerbaren Energien an der Versorgung zügig, aber auch der Verbrauch von Kohle und Gas nimmt wieder zu. Überdies reicht keines der Klimaziele der G20-Mitglieder aus, um das 1,5 Grad-Limit einzuhalten. So lautet eines der Kernergebnisse im Climate Transparency-Report. Er gilt als weltweit umfassendste jährliche Analyse der Klimaschutzmaßnahmen der G20-Staaten. Auffällig: Deutschland sticht in fast keinem Bereich als Vorreiter hervor. Während Großbritannien zum Beispiel bei einem Vergleich der Klimaschutzmaßnahmen in den verschiedenen Sektoren in fünf von neun Bereichen zur Spitze gehört, schafft es Deutschland kein einziges Mal in die höchste Kategorie. Beim Ausstieg aus den fossilen Verbrennermotoren erhält Deutschland sogar gemeinsam mit Australien und Russland die schlechteste Bewertung. “Viele andere G20-Staaten haben in den vergangenen Jahren größere Schritte gemacht als Deutschland”, erläutert Burck.