Weltklimarat warnt vor dramatischem Anstieg des Meerespsiegels

Freitag, 27. September 2019 | Autor: Joachim Berner

Zu einer dramatischen Einschätzung der Klimakrise kommt der Weltklimarat IPCC in seinem am 25. September veröffentlichten Sonderbericht: Fast jeder fünfte Mensch könnte demnach durch Meeresspiegelanstieg und Eisschmelze infolge des Klimawandels bedroht sein. Angesichts der Entwicklung fordert die Umweltorganisation Germanwatch ein höheres Tempo beim Klimaschutz.

Weltklimarat zeigt immer größere Dringlichkeit zum Handeln

Der Weltklimarat IPCC geht in seinem neuen Sonderbericht davon aus, dass bei einem ungebremsten Klimawandel die Meeresspiegel schon bis Ende des Jahrhunderts um über einen Meter steigen könnten. Gegenüber seiner Einschätzung von 2013 sind das zehn Zentimeter mehr. Zusätzlich könnte der im Permafrostboden gespeicherte Kohlenstoff in großen Mengen freigesetzt werden. Das würde zu einer sich selbst verstärkenden Beschleunigung der Erderhitzung führen. “Der IPCC zeigt sehr deutlich: Das Zeitfenster, in dem wir eine außer Kontrolle geratene Klimakrise noch verhindern können, ist nicht mehr lange geöffnet”, warnt Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals. “Entweder die Industrienationen und die großen Schwellenländer halbieren ihre Emissionen bis 2030 und gehen mit großen Schritten Richtung Klimaneutralität bis spätestens 2050 voran, oder die rapiden Veränderungen drohen für hunderte Millionen Menschen kaum noch bewältigbar zu werden”.

An Küsten und in Gebirgen wachsen Risiken durch Klimakrise

Rund 90 Prozent der zusätzlichen Klimaerhitzung wird laut IPCC von den Ozeanen aufgenommen. Die höheren Wassertemperaturen und die gleichzeitige Versauerung durch die Aufnahme von Kohlendioxid führt zu Einbrüchen beim Fischfang und einem weit verbreitetem Sterben von Korallenriffen. In Gebirgen mit vor allem kleineren Gletschern droht bis Ende des Jahrhunderts ein Verlust der Eismasse um über 80 Prozent. Das kann zu Gefahren durch schnell wachsende Gletscherseen und instabile Berghänge sowie langfristig zu massiver Trinkwasserknappheit führen.

Bewohner an Küsten und in Gebirgen strengen Klimaklagen an

Doch die Menschen, die in Risikoregionen leben, wehren sich – zum Beispiel vor Gericht. So streitet mit Saúl Luciano Lliuya derzeit ein peruanischer Bergführer aus den Hochanden vor dem Oberlandesgericht Hamm um Schutz vor der Flutgefahr eines schnell wachsenden Gletschersees. Germanwatch unterstützt seinen Musterprozess gegen RWE als den größten Kohlendioxid-Einzelemittenten Europas. In Deutschland beteiligt sich Familie Recktenwald von der Nordseeinsel Langeoog an einer anderen Klimaklage. Beim Peoples Climate Case klagen mehrere betroffene Familien aus verschiedenen Ländern, die ihre Grundrechte gegen die zu schwache Klimapolitik der EU schützen wollen. Auch sie werden von Germanwatch unterstützt. “Der Sonderbericht des IPCC macht deutlich, dass der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels ein noch größeres Risiko für Inselbewohner wie uns auf Langeoog darstellt, als bisher angenommen”, begründet Maike Recktenwald ihr Engagement vor Gericht.

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