Solarpflicht bei Pelletsförderung geplant
Ab dem kommenden Jahr soll es für Holzkessel nur noch eine Förderung durch die BEG geben, wenn gleichzeitig eine Solarthermieanlage installiert wird. Verbände kritisieren die Solarpflicht.
Solarpflicht schränkt Technologieoffenheit ein
Wer sich künftig gefördert einen Pelletskessel in seinen Keller hieven lassen will, muss die Monteure auch auf sein Dach beordern, um Sonnenkollektoren zu installieren. Ansonsten gibt es keinen staatlichen Zuschuss für die Heizung mehr. So sieht es die Novelle für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ab 2023 vor. Heizungsverbände sehen in der Bestimmung eine ungerechte Benachteiligung für Holzheizungen. Außerdem sieht der Entwurf weitere deutliche Fördersatzsenkungen und deutliche Verschärfungen der technischen Mindestanforderungen vor. “Die zusätzliche Verschärfung durch das Junktim der Förderung von Holz- und Pelletfeuerungen mit Solarthermieanlagen würden die bereits stark reduzierten Möglichkeiten für eine Förderung von Holzfeuerungen nahezu komplett beseitigen”, kritisieren Heizungsverbände in einer gemeinsamen Stellungnahme. Spätestens mit Ihrer aktuellen Änderung der BEG-Richtlinien wäre eine Technologieoffenheit innerhalb der Erneuerbaren obsolet. “Die Änderungen wären faktisch das Ende der Förderung moderner Holzenergiefeuerungen, mit sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen, die von der Bundesregierung nicht gewollt sein können”, heißt es in der Stellungnahme.
Verbände befürchten soziale Schieflage durch Solarpflicht
Unter der geplanten Änderung werden den Verbänden zufolge vor allem sozial schwächer gestellte Hausbesitzer leiden, deren Gebäude häufig in einem schlechten energetischen Zustand sind und einen hohen Wärmebedarf aufweisen. “Diese Gebäude sind zur Umrüstung auf moderne Holzenergie prädestiniert, da das meist mit wenig Aufwand und ohne teure Begleitinvestitionen möglich ist”, schreiben sie in ihrer Stellungnahme. Mit dem geplanten Kahlschlag bei der Förderung schließe der Bund viele dieser Gebäudebesitzer von der Energiewende aus. In den vergangenen Jahren seien viele alte Ölheizungen durch hochmoderne Holzfeuerungen ausgetauscht worden. Diese Entwicklung sehen die Verbände mit den geplanten neuen Förderbestimmungen in Gefahr: “Die Wahl der Hausbesitzer würde, für den Fall, dass sie sich für Holz- und Pelletkessel entscheiden, vor allem auf technisch rudimentäre Feuerungen fallen, die bei gesetzlichen Vor-gaben in Sachen Effizienz und Luftreinhaltung allenfalls den gesetzlichen Mindeststandard einhalten.” Zu den unterzeichnenden Verbänden gehören unter anderem der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie, der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband und der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik.