Eranet Wood Stoves 2020: Projekt zeigt Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

Freitag, 28. September 2018 | Autor: Joachim Berner

Eranet Wood Stoves 2020: nachrüstbare Ofensteuerung Eranet Wood Stoves 2020: nachrüstbare Ofensteuerung Maßnahmen, um Kaminöfen zu verbessern, hat das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im Projekt Eranet Wood Stoves 2020 untersucht. Es bewertet Technologien, mit denen sich Schadstoffe mindern und Wirkungsgrade steigern lassen.

Eranet Wood Stoves 2020: TFZ bewertet Schaumkeramikfilter kritisch

Während ihres Projekts Eranet Wood Stoves 2020 haben die TFZ-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Effekte von Schaumkeramikfiltern, Katalysatoren, nachrüstbaren Ofenregelungen und Zugbegrenzern analysiert. Die Ergebnisse haben sie im TFZ-Bericht 57 veröffentlicht. Demnach konnten sie entgegen einer weit verbreiteten Annahme keine Verbesserung des Emissionsverhaltens bei der Verwendung eines nicht katalytischen Schaumkeramik-Filterelements am Kaminofen feststellen. Dagegen führten katalytisch aktive Schaumkeramiken zu einer CO-Minderung. TFZ-Mitarbeiter Robert Mack bewertet den Einsatz von Schaumkeramiken insgesamt kritisch: “Solche Angebote sind für Verbraucher irreführend – insbesondere, wenn die Keramik vom Hersteller als Staubfilter vermarktet wird, obgleich keinerlei vorteilhafte Wirkung nachweisbar ist.”

Verbrennungsluftsteuerungen senken gasförmige Emissionen

Mack und sein Team haben erstmals Wärmeverluste untersucht, die durch die Zugwirkung des Kamins entstehen, während der Ofen außer Betrieb ist. Die so genannten Stillstandsverluste eines haushaltsüblichen Kaminofens mit acht Kilowatt Leistung beliefen sich gemessen an den derzeitigen Brennstoffpreisen auf etwa 40 Euro im Jahr. Ausschlaggebend für den hohen Wärmeverlust: die Stellung der Luftklappe. “Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, dass bei Kaminöfen mit manueller Lufteinstellung ein vollständiges Abschließen der Luftzufuhr realisierbar ist”, erklärt Sachgebietsleiter Hans Hartmann. Bei automatisch gesteuerten Kaminöfen sollte die Luftzufuhr nach Verbrennungsende selbsttätig unterbunden werden. Bei den Versuchen von Eranet Wood Stoves 2020 zeigte sich, dass durch nachrüstbare Verbrennungsluftsteuerungen die gasförmigen Emissionen deutlich gesenkt, der Wirkungsgrad gesteigert und die Wärmeverluste auf ein Minimum reduziert werden, wenn die Klappe der Steuerung dicht schließt. “Leider werden teilweise aber auch erhöhte Staubemissionen gemessen, weshalb aus unserer Sicht solche Verbrennungsluftsteuerungen vorzuziehen sind, die bereits im Ofen integriert wurden und nicht nur die Gesamtluftmenge steuern”, sagt Hartmann.

TFZ spricht sich nicht eindeutig für Zugbegrenzer aus

Hinsichtlich der Schadstoffemissionen können die Forscherinnen und Forscher des Eranet Wood Stoves 2020-Projekts keine eindeutige Empfehlung für oder gegen den Einsatz von Zugbegrenzern aussprechen. “Das Niveau des Schadstoffausstoßes ist sehr ofenspezifisch. Ein zu hoher Schornsteinzug wirkt sich jedoch immer nachteilig auf den Wirkungsgrad aus”, erklärt Mack. Ein zu hoher Förderdruck ließe sich entweder mit einem Zugbegrenzer automatisch oder mit einer Abgasklappe im Verbindungsstück zwischen Kaminofen und Schornstein senken. Eine einfache Nachrüstung einer Verbrennungsluftsteuerung oder eines Katalysators an vorhandene Feuerungen stuft der Wissenschaftler als wenig zielführend ein, da das Minderungspotenzial für Staubemissionen zu gering sei. In solchen Fällen müsse eher auf neue Ofenkonzepte mit einer integrierten Regelung und optimierter Brennraumgeometrie oder auf die Nachrüstung mit elektrostatischen Partikelabscheidern gesetzt werden.

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