In der nordfriesischen Gemeinde Breklum entsteht ein regeneratives Nahwärmenetz, bei dem eine große solarthermische Anlage im Sommerhalbjahr die Hauptlast der Wärmeerzeugung übernimmt.
Breklum gründet Genossenschaft für Wärmenetz
Seit dem Jahr 2015 schließen sich Bürgerinnen und Bürger von Breklum zu der Genossenschaft BürgerGemeindeWerke Breklum zusammen. Ihr Ziel: Die Wärmeversorgung des Ortes auf eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Basis stellen. Beim Kernstück ihres Konzeptes handelt es sich um ein Nahwärmenetz. Es soll zunächst im Ortskern verlegt werden, künftig aber auch weitere Straßen und Ortsteile erschließen. Mit den Arbeiten haben die Genossinnen und Genossen die Firma Gottburg Energie- und Wärmetechnik, die in Schleswig-Holstein über die größten Erfahrungen mit solchen Projekten verfügt. Seit August sind die Leitungen des Wärmenetzes weitgehend verlegt. Im Herbst sollen die Arbeiten an der Heizzentrale und der Bau der Solaranlage beginnen. 2018 soll das Wärmenetz in Betrieb gehen.
Solaranlage übernimmt im Sommer
Wärhend der Heizperiode werden hauptsächlich mit zertifiziertem Kohlendioxid-freiem Erdgas betriebene Blockheizkraftwerke die Wärme liefern. Im Sommerhalbjahr übernimmt die Solaranlage. Sie kommt komplett von Ritter XL Solar, die schon zu einigen ähnlichen Projekten in Süddeutschland die solarthermische Anlage beisteuerte. 132 Vakuumröhrenkollektoren mit einer Kollektorfläche von 652 Quadratmetern werden dann die bis dato größte Solarthermieanlage in Schleswig-Holstein bilden und dafür sorgen, dass man an möglichst vielen Tagen auf einen Brennstoffeinsatz für die Wärmeerzeugung verzichten kann. So trägt die Solaranlage dazu bei, den Wärmepreis in Breklum niedrig zu halten.