Eine Solarthermie- und eine Biomasseheizanlage will die schleswig-holsteinische Gemeinde Hürup in diesem Jahr an sein kommunales Nahwärmenetz anschließen. Schritt für Schritt soll die Wärmeversorgung der 1.200-Einwohner-Gemeinde auf erneuerbare Wärme umgestellt werden. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet Hürup dafür als Energie-Kommune des Monats aus.
Gemeinde Hürup setzt auf Holz und Sonne
Derzeit versorgen zwei Biomethanblockheizkraftwerke mit Leistungen von sechs und 20 Kilowatt ein Amtsgebäude und eine Sporthalle in der Gemeinde Hürup. Nun wollen sie das Nahwärmenetz erweitern, um 14 Haushalte eines Neubaugebiets und weitere 25 Gebäude im Dorf zu versorgen. Dafür wollen sie eine Pellets- und Hackschnitzelheizanlage mit einer Leistung von 400 bis 500 Kilowatt errichten. Die Holzabfälle aus der örtlichen Landschaftspflege sollen auf diese Weise direkt vor Ort zur Wärmeversorgung verwendet werden. Weiterhin ist geplant, auf Dächern im Dorf zwei Solarthermieanlagen mit einer Fläche von je 100 bis 150 Quadratmetern zu installieren, die mit ihrer Wärme einen 100 Kubikmeter großen Speicher speisen sollen.
Genossenschaft finanziert Ausbau
„Mit der Umstellung der Wärmeversorgung auf regenerative Quellen machen wir uns unabhängig von fossilen Importen und stärken gleichzeitig unser Dorf“, erklärt Bürgermeister Jan-Nils Klindt. Drei Millionen Euro würden die Bürger der Gemeinde Hürup jährlich für Energie und Treibstoff ausgeben. Mit dem Einsatz erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung würden die Ausgaben in der Region gehalten. Eine eigens gegründete Genossenschaft organisiert und finanziert den Ausbau des Nahwärmenetzes. “Die schrittweise Erweiterung soll die Wärmewende in der Gemeinde Hürup bringen”, sagt Bürgermeister Klindt. Langfristiges Ziel sei ein interkommunales regeneratives Nahwärmeversorgungsnetz auf Basis verschiedener regenerativer Quellen wie Solarthermie und Biomasse in Kombination mit Erdwärmespeichern und Regelenergie aus Stromnetzspitzen.