Waldzustandsbericht: Kronenverlichtung
Der diesjährige Waldzustandsbericht bestätigt den schlechten Zustand der Wälder in Deutschland. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert daher, den Forst wieder in den Mittelpunkt der politischen Diskussion zu rücken.
Waldzustandsbericht schlägt Alarm
Deutschland ist Waldland. Ein Drittel der Landfläche ist mit Wald bedeckt. Wälder prägen nicht nur die Landschaften, sie erfüllen auch wichtige Funktionen für Mensch, Natur und Klima. So wirken Wälder klimaregulierend und speichern Kohlenstoff. Doch der Zustand der heimischen Wälder bleibt besorgniserregend: Laut der aktueller Waldzustandserhebung 2024 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat weisen weiterhin vier von fünf Bäumen Schäden auf. Die Situation hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verbessert. Zwar war die Witterung im Jahr 2024 günstiger als in den Vorjahren – dennoch leiden Buche, Eiche, Fichte und Kiefer weiter unter den Nachwirkungen langanhaltender Trockenperioden und überdurchschnittlich hoher Temperaturen seit 2018. „Die Zahlen des Waldzustandsberichtes unterstreichen den Bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Unterstützung für den Wald. Es braucht wieder mehr Forschung, Beratung und eine deutlich größere finanzielle Unterstützung sowie mehr gesellschaftliche Aufklärung zum Thema Wald“, fordert Ursula Heinen-Esser, Präsidentin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Weiterhin starke Schäden bei Laubbäumen zu verzeichnen
Eine besonders hohe Kronenverlichtung kann laut dem Waldzustandsbericht bei Buche, Eiche und anderen Laubbaumarten beobachtet werden.
- Buche: 1984 waren noch 50 Prozent gesund, 2024 nur noch 15 Prozent
- Eiche: 1984 waren noch 54 Prozent gesund, 2024 nur noch 16 Prozent
- Andere Laubbäume: 1984 waren noch 76 Prozent gesund, 2024 nur noch 28 Prozent
Trotz der regenreichen Jahre 2023 und 2024 bleibt die Situation im Wald weitestgehend unverändert. Die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands in diesem Frühjahr sorgt vielerorts weiterhin für eine angespannte Lage im Wald.
Das fordert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
- Weiterer und schnellerer Umbau der Wälder in artenreiche Mischwälder mit standortgerechten Baumarten und angepassten Wildbeständen.
- Sinnvolle Nutzung natürlicher Verjüngung, etwa dort, wo bereits Mischbestände bestehen. Diese sollte Vorrang vor Pflanzungen haben.
- Eine Honorierung der vielseitigen Ökosystemleistungen der Wälder, wie zum Beispiel Trinkwasser, Erholung und Hochwasserschutz zur Ergänzung der forstlichen Erlöse.
- Die langfristige Stärkung des Wasserhaushaltes in den Wäldern. Oberflächenwasser darf nicht mehr aus dem Wald geleitet werden, sondern sollte im Waldboden versickern.
- Verstärkung des deutschen Engagements im internationalen Wald- und damit auch Klimaschutz.
- Einen Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.