Viele Solarthermiebesitzer verschenken ungewollt Energie

Mittwoch, 15. August 2018 | Autor: Joachim Berner

Solarthermiebesitzer Manfred Kuhlemann Solarthermiebesitzer Manfred Kuhlemann 1,4 Milliarden Kilowattstunden Sonnenenergie verschenken Solarthermiebesitzer jedes Jahr, weil ihre Anlagen nicht optimal funktionieren. Das entspricht der Energie, die zum Heizen von Wohngebäuden in einer rund 200.000 Einwohner großen Stadt wie Kassel benötigt wird.

Solarthermiebesitzer sollten ihre Anlagen überwachen

“Mit optimierten Solarthermieanlagen könnten die Hausbesitzer allein in Deutschland jährlich etwa 66 Millionen Euro sparen”, sagt co2online-GeschäftsführerinTanja Loitz. Ihre Zahlen hat sie aus dem Praxistest Solarthermie gewonnen, bei dem die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online zwei Jahre lang Solarthermiebesitzer bei Planung, Installation und Alltagsbetrieb begleitet hat. Demzufolge laufen etwa zwei Drittel der rund 2,3 Millionen Solarthermieanlagen in Deutschland nicht optimal. Der Befund deckt sich mit den Auswertungen der Verbraucherzentrale Energieberatung zum Beratungsangebot Solarwärme-Check. “Hausbesitzer sollten deshalb ihre Solarthermieanlage mit dem Energiesparkonto überwachen und das Beratungsangebot Solarwärme-Check der Verbraucherzentrale nutzen”, rät Loitz. Unter www.co2online.de/solarthermie finden sich Tipps, um Solarthermieanlagen zu optimieren.

Solarthermiebesitzer Carsten Mönkemeyer Solarthermiebesitzer Carsten Mönkemeyer Verbraucherzentrale: Solarwärme-Checks verdeutlichen Optimierungsbedarf

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hat mehr als 1.800 Solarthermiebesitzer beraten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Effizienz von über 65 Prozent der thermischen Solaranlagen nicht überprüft werden kann, weil kein Wärmemengenzähler eingebaut wurde. „Der Einbau von Wärmemengenzählern bei thermischen Solaranlagen sollte Pflicht für eine öffentliche Förderung der Anlagen werden“, fordert deshalb Stefan Materne, Referent Versorgungstechnik bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass sieben Prozent der Anlagen gar nicht funktionieren. Für 58 Prozent der Anlagen lagen keine Dokumentationsunterlagen vor, wodurch eine nachträgliche Optimierung selbst für einen Fachmann schwierig wird. Ein weiteres Problem: Fast zwei Drittel der Anlagenbesitzer haben keinen Wartungsvertrag abgeschlossen, sodass Störungen oder Totalausfälle lange unbemerkt bleiben.

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