Solarwärme: Großes Potenzial, kaum genutzt
Erstmals seit 2009 ist der Solarwärmemarkt in Österreich nicht weiter geschrumpft. Die Branche erkennt darin eine Trendwende und hofft auf PVT.
Solarwärmemarkt wächst vor allem in der Steiermark und bei PVT
Nach langer Zeit des Rückgangs wurden 2024 in Österreich um 0,2 Prozent mehr Fläche an Sonnenkollektoren installiert als im Vorjahr. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Marktstatistik des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar, sieht den Beginn einer Trendwende: “Die Solarwärme liefert klimaneutral und preisstabil Energie, unabhängig vom Weltgeschehen, das scheint wieder mehr und mehr Menschen klar zu werden.” Einen starken Zuwachs hat es insbesondere in der Steiermark gegeben, über 3,5 Megawatt mehr Solarthermieleistung wurden installiert. Dafür verantwortlich macht Hackstock eine Solarkampagne, die Austria Solar gemeinsam mit der steirischen Landesinnung der Installateure und dem Land Steiermark durchgeführt hat. Ebenfalls eine positive Nachricht gibt es vom vergleichsweise jungen PVT-Markt zu vermelden. Der Jahresabsatz der Hybridkollektoren, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, hat sich auf 4.186 Quadratmeter versechsfacht.
Solarwärmemarkt in Österreich
Potenziale in den Bundesländern heben
Die Marktstatistik zeigt jedoch auch, dass nur vier Bundesländer im Vorjahr einen Zuwachs im Solarwärmemarkt verzeichnen konnten. „Das Ziel ist ein Quadratmeter Solarfläche pro Einwohner in allen Bundesländern“, sagt Hackstock. Damit könnte die Hälfte des EU-Ziels beim Zubau erneuerbarer Wärme bis 2030 gedeckt werden. Das Land Vorarlberg hat 83 Prozent dieses Ziels bereits erreicht, Tirol liegt bei 75 Prozent, Oberösterreich bei 73 Prozent. Die größten ungenutzten Potenziale weisen das Burgenland, Niederösterreich und Wien auf. “Die Bundesländer sollten dringend konkrete Maßnahmen für die solare Wärmeversorgung setzen, um die Energieversorgung langfristig unabhängig und preisstabil zu machen”, fordert Hackstock.