Ökoenergie-Bilanz 2018: Wärmewende kommt nicht voran

10/04/2019 | : Joachim Berner

Während erneuerbare Energien im Strommarkt stark an Bedeutung gewinnen, stagniert ihr Anteil im Wärmesektor. Das zeigt die neue Ökoenergie-Bilanz 2018 des Umweltbundesamts (UBA).

Ökoenergie-Bilanz 2018 könnte besser ausfallen, …

Die deutsche Ökoenergie-Bilanz 2018 fällt zwiespältig aus: Erneuerbare Energien wachsen im Elektrizitätsmarkt stark und tragen inzwischen mit 37,8 Prozent zur Stromversorgung bei. Im Wärmesektor kommen sie dagegen seit Jahren nicht über einen Anteil von 14 Prozent hinaus. Die neuen Zahlen gehen auf erste Berechnungen der beim UBA angesiedelten Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik zurück. Demnach stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch für Strom, Wärme und Verkehr im vergangenen Jahr von 15,5 Prozent auf 16,6 Prozent. Damit nähert sich Deutschland seinem verbindlichen Ziel von 18 Prozent im Jahr 2020, das sich aus der aktuellen EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie ergibt. “Um auch die langfristigen Klimaschutz – und Energieziele bis 2030 und 2050 zu erreichen, muss die bisherige Dynamik im Stromsektor in den nächsten Jahren fortgeführt und intensiviert werden”, schreibt das UBA in einer Pressemitteilung.

… wenn die Wärmewende endlich vorankäme

Im Wärmesektor braucht ebenso wie im Verkehr, bei dem der Anteil erneuerbarer Energien mit 5,6 Prozent noch niedriger liegt, eine deutlich höhere Dynamik. Das macht die Ökoenergie-Bilanz 2018 deutlich. “Zur Erreichung der angestrebten, hohen Anteile an erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch ist gleichfalls eine deutliche Senkung des Energiebedarfs in allen Sektoren unabdingbar”, mahnt das UBA. Die Zahlen würden zeigen, wie wichtig der Ausbau erneuerbarer Energien für den Klimaschutz sei. Werden Gas, Kohle und Öl durch erneuerbare Energien ersetzt, sinken die energiebedingten Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2018 haben die erneuerbaren Energien rund 184 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente vermieden. Auf den Stromsektor entfielen 141 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente, auf den Wärmesektor 35 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente und auf den Verkehr acht Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente.

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