Martin Betzold: „Die Wärmeerzeugung sollte weitgehend Kohlendioxid-neutral erfolgen“

Dienstag, 26. September 2017 | Autor: Joachim Berner

Im bayerischen Ichenhausen nahe Günzburg realisiert Green City Energy ein Mieterstromkonzept für drei Mehrfamilienhäuser und ein Geschäftshaus. Ziel ist eine gemeinschaftliche Wärme- und Stromversorgung durch eine Photovoltaikanlage und eine zentral betriebenen Pelletsheizung. Wie beides zusammenhängt, erläutert Unternehmenssprecher Martin Betzold.

Herr Betzold, bei seinem Mieterstromprojekt in Ichenhausen installiert Green City Energy eine Pelletsheizung, um drei Mehrfamilienhäuser zu wärmen. Welche anderen Alternativen haben Sie betrachtet?
Es wurden Kombinationen aus Photovoltaik mit einem Blockheizkraftwerk sowie aus Wärmepumpen mit Gaskesseln überlegt. Die Wärmeerzeugung sollte aber ähnlich wie die Stromerzeugung weitgehend Kohlendioxid-neutral erfolgen.

In der Kombination mit Photovoltaik werden heutzutage immer häufiger Wärmepumpen eingesetzt. Was hat gegen diese Lösung gesprochen?
Die Bauherren wollten bei dem für sie ersten Mehrfamilienprojekt die Baukosten im Griff halten. Das führte dazu, dass sie in Bezug auf die Heizung keine Experimente eingehen wollten. Eine Wärmepumpenheizung hätte erfordert, dass sie nach Passivhaus-Standard bauen, was nicht in Frage kam. Die Variante mit einer Wärmepumpe wurde auf dieser Grundlage von Bauherrenseite deshalb nicht bevorzugt.

Wer betreibt die Pelletsheizung?
Die Eigentümer.

Bedeutet das Mieterstromprojekt für die Firma Green City Energy, die bislang hauptsächlich Ökostromanlagen realisiert hat, den Einstieg in die ökologische Wärmeversorgung?
Nein, aber wenn es um eine Vor-Ort Versorgung mit regenativ erzeugter Energie geht, ist selbstverständlich die langjährige technische Expertise von Green City Energy bei der Projektierung unter anderem von Wärmepumpen, Biomethan-Blockheizkraftwerken und anderer dezentraler Erzeugungstechnologien sehr nützlich, um für unsere Kunden die beste Lösung zu finden.

Welche Rolle spielt eine ökologische Wärmeversorgung bei den Mieterstromkonzepten bislang?
Keine direkte. Klar ist, dass wir bei Mieterstrom in Quartieren und Mehrfamilienhäusern nie nur über Strom vom Dach sprechen. Der Clou von Mieterstrom ist ja, dass auf diese Weise mehr Dezentralität und mehr Sektorenkopplung auf die Agenda der Eigentümer gesetzt wird. Wir von Green City Energy haben in München genauso 1999 mit den ersten Bürgersolarparks angefangen. Damit die City grün wird, sprechen wir mit den Vermietern immer auch über Wärme und e-Mobilität. Mieterstrom ist also, wenn Sie so wollen, nur der erste Schritt.

Die Fragen wurden per E-Mail gestellt.

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