Der estnische Pelletsproduzent hat nach übereinstimmenden Medienberichten das German Pellets-Kraftwerk im belgischen Langerlo übernommen. Die Stromproduktion dort hat eine wechselvolle Geschichte mit mehreren Eigentümern hinter sich.
Graanul will Langerlo auf Pellets umstellen
Bei der 2003 gegründeten Graanul Invest handelt es sich nach der Insolvenz von German Pellets um Europas größten Pelletshersteller. Er betreibt elf Pelletsproduktionen in den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen sowie in den USA mit einer Produktionskapazität von insgesamt 1,8 Millionen Tonnen. Zuletzt hat er im August 2012 mit der Übernahme des Pelletswerks OÜ Flex Heat Eesti im estnischen Ebavere in die Produktion des modernen und umweltfreundlichen Brennstoffs investiert. Zudem betreibt das Unternehmen an mehreren seiner Standorte Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen, um Strom zu erzeugen. Das 556-MW-Kohlekraftwerk in Belgien will Graanul Invest nach eigenen Angaben auf einen Betrieb mit Holzpellets umrüsten. Es führt damit ein Vorhaben fort, das German Pellets beginnen wollte.
Langerlo produziert seit den 1970er Jahren
Der deutsche Pelletsproduzent hatte das Kraftwerk in Langerlo erst Ende 2015 kurz vor seiner Insolvenz von dem Energiekonzern Eon gekauft. Ursprünglich hatte Eon geplant, das 556-MW-Kraftwerk auf Holzpellets umzustellen, dann aber entschieden, nach einem Investor zu suchen. Die Entscheidung begründete der Energiekonzern damit, dass das Biomasse-Projekt nicht länger zu seiner Kernstrategie passe. Errichtet hatte das Langerlo-Kraftwerk der belgische Stromkonzern Ebes. Er befeuerte das Kraftwerk zunächst mit Heizöl, um Strom zu erzeugen. 1986 stellte er auf Importkohle um. Über einen Tasuch von Kraftwerksleistungen gelangte der Betrieb in Langerlo vom Ebes-Nachfolgeunternehmen Electrabel zu Eon.