Klimawandel vermindert Pflanzenwachstum

Dienstag, 20. November 2018 | Autor: Joachim Berner

Pflanzenwachstum und Klima Pflanzenwachstum und Klima Pflanzenwachstum und Klima: Die Klimaerwärmung lässt Pflanzen im Frühjahr immer früher wachsen. Dadurch binden sie im Jahresverlauf jedoch nicht mehr, sondern weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Das zeigt eine internationale Studie.

Folgen des Klimawandels auf das Pflanzenwachstum: Pflanzen binden weniger Kohlendioxid

Bisher dachte man, dass das Phänomen, wenn Pflanzen früher im Jahr wachsen, den Klimawandel verlangsamt. Dadurch würde mehr Biomasse produziert und Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden, ging der Gedankengang. Nun haben internationale Klimaforscherinnen und Klimaforscher mit Hilfe von Satellitendaten herausgefunden, dass gerade der gegenteilige Effekt zu beobachten ist. In vielen Gegenden führt ein vorverlegter Frühling zu einer verringerten Biomasseproduktion im folgenden Sommer und Herbst. Die Pflanzen binden deshalb weniger anstatt wie bislang angenommen mehr Kohlendioxid. “Die Klimamodelle müssen angepasst werden”, fordert Professor Wolfgang Buermann von der Universität Augsburg angesichts der Ergebnisse. Die Lage des Weltklimas sei noch angespannter als bisher gedacht. Buermann war an der Universität Leeds an den Forschungsarbeiten beteiligt, bevor er am 1. Oktober 2018 ins Schwabenland gewechselt ist.

Professor Wolfgang Buermann Professor Wolfgang Buermann Wie die Klimaerwärmung das Pflanzenwachstum beeinflusst

Die Winter werden kürzer, die Pflanzen werden früher grün. Das wusste die Klimawissenschaft bereits. Die Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und den Kohlendioxid-Kreislauf waren bislang aber unklar. Klimaforscherinnen und Klimaforscher der Universität Leeds, der TU Wien sowie Forschungsgruppen aus den USA und mehreren anderen Ländern haben deshalb Satellitenbilder für den gesamten Globus nördlich des 30. Breitengrades aus den vergangenen dreißig Jahren analysiert. Die Daten zeigen zwar, dass die Nordhalbkugel im Frühling tatsächlich grüner wird, wenn es besonders warm ist. Doch der Effekt kann sich im Sommer und im Herbst umkehren, sodass insgesamt durch die Erwärmung sogar weniger Biomasse entsteht. Das kann unterschiedliche Gründe haben. “Das verstärkte Pflanzenwachstum im Frühling kann den Wasserbedarf und die Verdunstung erhöhen, sodass die Bodenfeuchte sinkt und die Pflanzen dann später im Jahr nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung haben. Möglicherweise haben bestimmte Pflanzen auch eine natürlich vorgegebene Wachstumsdauer, die sich auch durch früheren Wachstumsbeginn nicht verlängern lässt”, erklärt Buermann. Die Mechanismen seien zwar kompliziert und würden sich regional unterschiedlich auswirken, eindeutig sei jedoch, dass die Folgen der Klimaerwärmung dadurch noch dramatischer ausfallen würden als bisher berechnet.

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