Palmen wird es in Österreich warm genug

Mittwoch, 14. August 2019 | Autor: Joachim Berner

Hanfpalmen in einem Laubwald im Tessin Hanfpalmen in einem Laubwald im Tessin In Österreich könnten Sie in Zukunft bei einem Waldspaziergang an Palmen vorbeikommen. Das wärmere Klima fördert die Ausbreitung exotischer Pflanzenarten. Darauf weist die Universität Wien hin.

Werden Palmen in Österreich heimisch?

Die heißen Sommer und milden Winter der vergangenen Jahre wirken sich auf die Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten aus. “Während sich viele heimische Arten in höhere Lagen zurückziehen, breiten sich Wärme liebende Arten aus”, erklärt Franz Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien. In einer Studie weist er Vorkommen verwilderter Palmen nach. Insgesamt sechs Fundorte seien mittlerweile für Österreich bekannt geworden. Bislang handele es sich nur um kleine Vorkommen ausschließlich junger verwilderter Pflanzen besonders in Städten. Aber in einigen Jahrzehnten könnten Palmen in Österreich schon häufiger verwildert angetroffen werden. Dies zeige ein Blick über die Grenze in die Süd-Schweiz. Dort komme die Hanfpalme auf der Südseite der Alpen in einem etwas wärmeren Klima als in Österreich seit einigen Jahrzenten verwildert vor und dringe mittlerweile massiv in die Wälder ein. “Palmen könnten daher in nicht allzu ferner Zukunft in österreichischen Wäldern möglicherweise kein ungewöhnlicher Anblick mehr sein”, sagt Essl.

Klimawandel drängt heimische Pflanzen in höhere Lagen

Die vergangenen Jahre waren in Österreich bis zu zwei Grad Celsius wärmer als der langjährige Durchschnitt. Der Sommer 2019 zeigt, dass lang andauernde Hitzeperioden mittlerweile regelmäßig auftreten. Viele heimische Arten, die an kühleres Klima angepasst sind, leiden unter dem zunehmenden Hitze- und Trockenstress, und verschwinden aus tiefen Lagen. Vom Klimawandel profitieren dagegen anpassungsfähige, Wärme liebende Arten. Viele von ihnen stammen aus wärmeren Gegenden anderer Kontinente. In Österreich konnten sie sich bislang nicht ausbreiten. Starke Fröste und zu kühle Sommer haben das verhindert.
Die Wiener Studie belegt, dass der Klimawandel schon heute das Vorkommen vieler Arten verändert. “Dies hat vielfältige negative Auswirkungen, auch für die Land- und Forstwirtschaft, wie an den Schäden vieler Bäume in österreichischen Wäldern in tiefen Lagen klar erkennbar ist”, erklärt Essl. Daher hält er es für absolut notwendig, dass Österreich eine weitaus ambitioniertere Klimapolitik als bisher umsetzt.

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