Martin Bentele: “Pellets stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft”

Dienstag, 04. Oktober 2016 | Autor: Joachim Berner

Wer beim Heizen auf Holzpellets setzt, schont Geldbeutel, Klima und Umwelt. Woher der Rohstoff für die Presslinge in Deutschland kommt, erläutert Diplom-Forstwirt Martin Bentele vom Deutschen Pelletinstitut im Gespräch mit Pelletshome.com.

Herr Bentele, woher stammt das Holz für die Pellets?
In Deutschland steht der nachwachsende, klimafreundliche Rohstoff Holz in großer Menge zur Verfügung. Das ist vor allem der nachhaltigen Forstwirtschaft zu verdanken. Generationenübergreifend wird nur so viel Holz genutzt wie wieder nachwächst. In den vergangenen Jahrzehnten waren das sogar nur 80 Prozent des Zuwachses. Der deutsche Wald nimmt daher an Fläche und Holzvorrat kontinuierlich zu. Zur Herstellung von Pellets wird das sogenannte Sägerestholz verwendet, das beim Verarbeiten der Holzstämme im Sägewerk anfällt. Holzpellets werden zu etwa 90 Prozent aus Sägenebenprodukten wie Säge- und Hobelspänen hergestellt. Davon fallen jährlich etwa sechs bis sieben Millionen Tonnen an. Den restlichen Anteil nehmen unbehandelte Resthölzer aus der Holzindustrie ein. Waldrestholz, sägefähiges Rundholz oder Altholz werden hingegen nicht für die Pelletproduktion genutzt.

Importiert Deutschland auch Pellets aus dem Ausland?
Ja, allerdings kommt der Großteil der importierten Pellets aus unseren Nachbarländern. Sie nutzen jedoch mehr Pellets aus Deutschland als sie zu uns exportieren. Wir produzieren europaweit sogar die meisten Pellets. Falsch ist, dass die Presslinge in großen Mengen aus Nordamerika nach Deutschland gebracht würden. Wir benötigen diese Pellets nicht. Zudem würde ihre Qualität transportbedingt stark leiden.

Was passiert, wenn immer mehr Menschen mit Pellets heizen?
Damit ließe sich auf eine kostengünstige Weise enorm viel Kohlendioxid sparen und wir würden unsere Klimaziele schneller erreichen. Auf der Basis der durchschnittlich in Deutschland eingeschnittenen Holzmenge und der dabei anfallenden Sägespäne können bei uns Pellets für mehr als eine Million Heizungen hergestellt werden. Momentan gibt es rund 400.000 Anlagen. Es könnten also noch viele Menschen, vor allem Besitzer alter Ölheizungen, auf den heimischen Brennstoff Pellets umstellen. Das wäre ein klares Bekenntnis zur Energiewende.

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