Michael Pfeifer: “Wir hoffen auf einen kalten Winter”

Mittwoch, 11. Oktober 2017 | Autor: Joachim Berner

Fünf Millionen Euro hat der Holzindustriekonzern Pfeifer in diesem Frühjahr in sein Pelletswerk in Kundl investiert. Geschäftsführer Michael Pfeifer begründet den Ausbau der Produktion und beurteilt aktuelle und künftige Märkte.

Herr Pfeifer, warum wurde die Investition in das Pelletswerk Kundl notwendig?
Wir haben an unserem Standort in Kundl in einen Bandtrockner investiert, um das gesamte Restholz – Sägespäne und Hackschnitzel – zu trocknen und es zu Pellets zu verarbeiten. Somit haben wir unsere Produktionskapazität um etwa 30.000 Tonnen auf eine Jahresleistung von 150.000 Tonnen erhöht. Die Pfeifer-Gruppe produziert 420.000 Tonnen Pellets pro Jahr an sechs Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien.

Die zusätzlichen Pellets sind für den italienischen Markt bestimmt. Wie hat sich der Absatz im südlichen Nachbarland entwickelt?
Italien hat im Jahr 2000 begonnen, Holzpellets zu verheizen. Seit diesem Zeitpunkt ist der Pelletsmarkt in Italien von Jahr zu Jahr gewachsen. Italien verbraucht in diesem Jahr circa drei Millionen Tonnen Pellets. Die Prognose für das Jahr 2020 liegt bei etwa fünf Millionen Tonnen. Der Verbrauch in Österreich dagegen liegt aktuell bei rund einer Million Tonnen, in Deutschland bei etwa drei Millionen Tonnen.

Worin sehen Sie die Gründe für die positive Entwicklung?
Sie ist durch den gegenüber Deutschland und Österreich höheren Ölpreis in Italien entstanden. Somit wurde in den vergangenen Jahren in Italien vermehrt auf Pelletsöfen umgestellt.

In Deutschland und Österreich stagnierte zuletzt der Absatz branchenweit. Wie beurteilen Sie die Marktentwicklung?
Deutschland und Österreich sind in den vergangenen zwei Jahren bei den Pelletsheizungen nicht so rasant gewachsen wie bis zum Jahr 2015. Seit heuer steigt der Absatz aber wieder.

Inwiefern unterscheiden sich die Märkte in Mittel- und Südeuropa?
In Deutschland, Österreich und Südtirol werden zum Großteil lose Pellets in Tankzügen für Zentralheizungen geliefert. In Italien – außer in Südtirol –, Frankreich und Spanien werden die Pellets in 15-kg-Säcken in den Öfen verheizt.

Sehen Sie weitere erfolgversprechende internationale Märkte für Ihr Unternehmen?
Die Märkte in Frankreich und Spanien werden in Zukunft für uns immer interessanter. Diese Märkte werden momentan noch von den Pelletsproduzenten im eigenen Land bedient. In den kommenden Jahren werden Frankreich und Spanien vermehrt Pellets aus Österreich und Deutschland zukaufen, da dort die Produktionen weiter wachsen werden.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit den Märkten in Deutschland und Österreich in diesem Jahr?
Wir hoffen auf einen kalten Winter und somit auf einen guten Pelletsabsatz in den nächsten Monaten.

Die Fragen wurden per E-Mail gestellt.

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