Biogastarife sind teurer
Ab 2029 sollen neu eingebaute Gasheizungen mit einem Biomethananteil von mindestens zehn Prozent betrieben werden. Das wird teuer – wegen höherer Biogastarife.
Biogastarife liegen deutlich über Durchschnittspreisen
Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass der aktuelle Durchschnittspreis grüner Gastarife rund 25 Prozent über dem Preis herkömmlicher Erdgastarife liegt. Aktuell zählt es 164 Biogastarife von 124 Gasversorgern mit einem Biomethananteil von zehn Prozent. Sie kosten im Durchschnitt rund 12,4 Cent pro Kilowattstunde – brutto inklusive Grundpreis. Die Preisspanne liegt zwischen zehn und 16 Cent pro Kilowattstunde. Biogastarife mit einem Biomethananteil von 15 Prozent kosten im Durchschnitt 13,7 Cent pro Kilowattstunde, wobei die Preise zwischen neun und 17 Cent pro Kilowattstunde schwanken. Herkömmliche Erdgastarife kosten derzeit durchschnittlich 9,94 Cent pro Kilowattstunde.
Wechsel auf klimafreundliche Heizsysteme ratsam
Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Tarifgruppen groß. Im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers kostet eine Kilowattstunde Gas im bundesweiten Durchschnitt rund 13,5 Cent. Die günstigsten Neukundenangebote mit Preisgarantie kosten im Bundesschnitt hingegen nur rund 8,4 Cent pro Kilowattstunde. „Wer bei einer neuen Heizungsanlage auf eine reine Gasheizung mit Biogasanteil setzt, muss mit höheren Brennstoffkosten rechnen“, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Wer stattdessen eine Pelletsanlage oder eine Wärmepumpe einbaut, hat zwar höhere Anschaffungskosten, spart aber bei den Energiekosten. Wie schnell sich eine klimafreundliche Heizanlage im Vergleich zu einer Gasheizung rechnet, hängt von den bestehenden baulichen Gegebenheiten ab. Storck rät: „Um diese Entscheidung fundiert zu treffen, sollte in jedem Fall eine Energieberatung in Anspruch genommen werden.“