Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur veröffentlicht

Freitag, 31. Oktober 2014 | Autor: Joachim Berner

Die Waldfläche ist laut der dritten Bundeswaldinventur konstant geblieben. Der Anteil der Laubbäume ist um sieben Prozent gestiegen, der Wald vielfältiger geworden. Es wurde weniger Holz genutzt als nachgewachsen ist. Das zeigen die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Sie bilden die Grundlage für die Gestaltung zukunftsfähiger Wälder und für eine nachhaltige Holznutzung.

Fast eine halbe Million Bäume vemessen

Die Bundeswaldinventur ist auf nationaler Ebene das zentrale Kontroll- und Monitoringinstrument und liefert Daten für internationale Berichtspflichten wie zum Beispiel das Kyoto-Protokoll. Sie ist ein von Bund und Ländern gemeinsam getragenes Projekt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben 60 Inventurtrupps der Bundesländer an etwa 60.0000 Probepunkten rund 420.000 Bäume zum Teil wiederholt vermessen. Das Thünen-Institut für Waldökosysteme hat die großflächig und langfristig angelegte Erhebung ausgewertet. Die dritte Bundeswaldinventur zeigt: Deutschland ist mit 11,4 Millionen Hektar zu einem Drittel bewaldet. Mischwälder dominieren auf 76 Prozent der Waldfläche.

Es wurde weniger Holz genutzt als nachgewachsen ist

68 Prozent der Wälder sind laut Bundeswaldinventur zwei- oder mehrschichtig aufgebaut. Das sind 28 Prozent mehr als im Jahr 2002. “Strukturreiche Mischwälder sind besser gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels und Schadereignisse wie Stürme oder den Befall durch Borkenkäfer”, sagt Heino Polley vom Thünen-Institut.Der Holzvorrat im Wald ist in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozent gestiegen. Deutschland verfügt aktuell über einen Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmeter. Fast der gesamte Vorratsanstieg findet bei den dicken Bäumen ab 50 Zentimeter Brusthöhendurchmesser statt. Bei der wichtigen Baumart für die Holzwirtschaft, der Fichte, wurde mehr Holz genutzt als nachgewachsen ist. Ihre Fläche hat um acht Prozent und der Vorrat um vier Prozent abgenommen. Einerseits wurde damit eine waldbauliche und forstpolitische Zielsetzung der vergangenen Jahre erreicht, andererseits wird Fichtenholz künftig knapper.

Holzwirtschaft fürchtet um Nadelholzbestand

Die Entwicklung bereitet der Holzwirtschaft Sorgen. “In jüngeren Wäldern wachsen zu wenig Nadelbäume, um den künftigen Bedarf zu decken”, sagt Lars Schmidt, Generalsekretär des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes (DeSH). Während der Wald systematisch hin zu mehr Laubholz umgebaut werde, fehle der Bauwirtschaft zunehmend Nadelholz aus heimischen Wäldern. Laut DeSH gehen fast zwei Drittel des in Deutschland produzierten Schnittholzes in den Baubereich. Für die Säge- und Holzindustrie eine bedenkliche Entwicklung: Gebraucht würden in Zukunft stabile, naturnahe Mischwälder mit ausgewogener Baumartenvielfalt und einem ausreichenden Anteil an Nadelhölzern.

Naturschutzverbände fordern besseren Schutz von Buchenwäldern

Ganz anders bewerten die Naturschutzverbände die Ergebnisse der Bundeswaldinventur. “Die Zunahme der Buchenwaldfläche sagt nichts darüber aus, wie die Forstwirtschaft mit den seltenen, alten Buchenwäldern in Deutschland umgeht”, sagt Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens. Fakt sei, dass zu wenige Buchenwälder streng geschützt würdmen, obwohl Deutschland für deren Schutz die weltweit größte Verantwortung besitze. “Mehr Holz im Wald bindet auch mehr klimaschädliches Kohlendioxid und ist Voraussetzung für eine größere Artenvielfalt.  Unsere Wälder müssen insgesamt deutlich älter werden, dies muss die Waldnutzung berücksichtigen”, erläutert Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

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