Constantin Zerger: “Klimaschutz im Gebäudebereich braucht konkrete Maßnahmen”

Dienstag, 26. Februar 2019 | Autor: Joachim Berner

Constantin Zerger Constantin Zerger Laut Medienberichten möchte die Bundesregierung die Kommission „Zukunft der Gebäude“ absagen. Nach der langwierigen Diskussion über ihre Einsetzung kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) diese Entscheidung. Ein Maßnahmenpaket zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich muss spätestens im Juni 2019 als Beitrag für das geplante Klimaschutzgesetz vorliegen. Warum die Zeit drängt, erläutert Bereichsleiter Constantin Zerger.

Wie bewerten Sie die Entscheidung der Bundesregierung, die Gebäudekommission abzusagen?
Uns kommt es auf wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich an. Die Bundesregierung hat Taten im Koalitionsvertrag angekündigt, geliefert hat sie bis heute nicht. Die Absage der Gebäudekommission ist ein weiterer Tiefpunkt für den Klimaschutz beim Bauen und Wohnen. Dabei drängt die Zeit: Die Bundesregierung und ihre Experten müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und ein konkretes Maßnahmenpaket zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich vorlegen.

Wie könnte Ihrer Ansicht nach ein solches Maßnahmenpaket aussehen?
Ein Maßnahmenplan für den Gebäudebereich muss zu einer Kohlendioxideinsparung von mindestens 50 Millionen Tonnen bis 2030 führen. Zu dieser Einsparung hat sich die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzplan verpflichtet. Notwendig ist dafür ein anspruchsvoller Niedrigstenergiestandard für Neubauten, eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate für Bestandsgebäude und eine Wärmeversorgung auf der Basis von erneuerbaren Energien. Da der bereits vorliegende Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes weit hinter diesen Forderungen zurückbleibt, muss er deutlich nachgebessert oder gar ganz zurückgezogen werden.

Was kritisieren Sie am Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz?
Der aktuelle Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes hilft nicht. Er rückt die Erreichung der Klimaziele in weitere Ferne. Im Entwurf möchte die Bundesregierung den Energiestandard auf dem heutigen Niveau festschreiben. Das ist Irrsinn: Um die Klimaziele zu erreichen, müssten damit auch die Neubauten von heute vor 2050 noch einmal saniert werden. Das kostet zusätzlich und belastet Eigentümer und Mieter.

Was konkret fordert Sie an Verbesserungen?
Im aktuellen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes soll für Neubauten lediglich das geltende Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung 2016 fortgeschrieben werden. Dagegen fordert die DUH eine Anhebung auf den KfW-40-Standard. Zudem müssen Schlupflöcher und bürokratische Regelungen aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden. Doch nicht nur der Neubau braucht bessere energetische Standards. Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, bedarf es vor allem einer höheren Sanierungsrate von deutlich über zwei Prozent bei Bestandsgebäuden. Aktuell liegt sie bei unter einem Prozent. Entscheidend ist aber auch die Sanierungstiefe: Wenn saniert wird, dann richtig und auf einen guten Standard.

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