Heizsysteme-Vergleich in der Hand
Die Landesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker in der Steiermark hat den CO2-Fußabdruck verschiedener Heizsysteme von der Herstellung über den Betrieb bis zur Entsorgung analysiert: Holzpellets und Wärmepumpen schneiden am besten ab.
Heizsysteme erzeugen CO2 vor allem im Betrieb
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die dominante Rolle der Nutzungsphase für die Treibhausgasbilanz. Herstellung und Entsorgung der Anlagen fallen im Vergleich zum jahrzehntelangen Betrieb demnach kaum ins Gewicht. „Oft wird über den ökologischen Rucksack bei der Herstellung neuer Heizungen diskutiert. Unsere Daten zeigen aber klar: Dieser ist vernachlässigbar“, erklärt Studienautor Andreas Gumpetsberger (Foto rechts). Wer seine alte Ölheizung tausche, leiste den effektivsten Beitrag zum Klimaschutz, der für Hausbesitzer möglich sei. Basis der Berechnung war ein typisches Einfamilienhaus – Baujahr 1980, 150 Quadratmeter Wohnfläche, vier Personen – beim Tausch eines bestehenden Ölkessels.
Die Ergebnisse im Detail
Im Vergleich zum Weiterbetrieb einer alten Ölheizung (216 Tonnen CO2e über 20 Jahre) zeigen moderne Heizsysteme enormes Einsparpotenzial.
- Pelletsheizung: Mit einer Einsparung von 91,1 Prozent ist sie der Spitzenreiter im Vergleich. Zum Vergleich: Das entspricht den Emissionen einer Pkw-Fahrtstrecke von 68.404 Kilometern pro Jahr oder 48.754 Flugkilometern (Langstrecke).
- Luft/Wasser-Wärmepumpe: Bei einer Betriebstemperatur von 45 Grad Celsius (Flächenheizung) werden 84 Prozent CO2 eingespart. Auch im Betrieb mit Radiatoren bei 55 Grad Celsius liegt die Einsparung bei beachtlichen 78,3 Prozent (basierend auf dem Strommix Österreich).
- Fernwärme: Der Anschluss an die Fernwärme bringt eine Reduktion von 56,8 Prozent im österreichischen Mix.
- Öl-Brennwert: Ein Tausch auf moderne Öl-Brennwerttechnik bringt lediglich eine Reduktion von 14,3 Prozent.