Christiane Wodtke: “Energielabel zeigt Leistung und Effizienz auf den ersten Blick”

Dienstag, 13. November 2018 | Autor: Joachim Berner

Christiane Wodtke Christiane Wodtke Seit diesem Jahr muss jede industriell gefertigte Feuerstätte mit dem Energielabel ausgezeichnet sein. Christiane Wodtke, Präsidentin des HKI Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik, erläutert, was aus ihm abzulesen ist.

Frau Wodtke, welche Geräte müssen das Energielabel haben?
Unter die Verordnung fallen alle Wohnraumfeuerstätten mit einer Nennwärmeleistung unter 50 Kilowatt, die feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe in Wärme umwandeln. Hierzu zählen Heizkamine, Kachelöfen mit Heizeinsätzen, Kaminöfen und Pelletsöfen.

Was kann man am Energielabel erkennen?
Wir alle kennen das Label von Elektrogeräten, Kühlschränken und Waschmaschinen. Es zeigt auf einen Blick, was ein Haushaltsgerät leistet, welchen Energieverbrauch es hat und ob es die Umwelt entlastet. Unterhalb der Farb-Skala – absteigend von Grün über Gelb und Orange bis Rot – ist zudem die Nennwärmeleistung angeben. Das Energielabel verdeutlicht also Leistung und Effizienz einer Feuerstätte auf den ersten Blick.

Energielabel Energielabel Wie schneiden Holzöfen bei der Bewertung ab?
Die wesentliche Berechnungsgrundlage ist der Wirkungsgrad auf Basis des bevorzugt verwendeten Brennstoffes. Je höher der Wirkungsgrad eines Gerätes ist, desto besser fällt seine Gesamtbewertung aus. Heizeinsätze und Kaminöfen erreichen die Maximalnote A+. Pelletsöfen können technisch bedingt sogar bis A++ eingestuft werden. Dabei werden Brennstoffe wie Holz und Pellets besonders positiv bewertet, da es sich um nachwachsende, biologische Brennstoffe handelt.

Reicht das Label also als alleinige Entscheidungsgrundlage für den Kauf einer Feuerstätte?
Bei der Auswahl ist nicht unbedingt die beste Energieklasse entscheidend, sondern dass die Wohnraumfeuerstätte optimal zu den individuellen Ansprüchen passt. Besonders wichtig ist es, dass die Wärmeleistung mit den räumlichen und baulichen Rahmenbedingungen harmonisiert. Zu groß dimensionierte Geräte können den Aufstellraum überheizen, bei zu geringer Wärmeleistung muss die Zentralheizung angeschaltet bleiben. Für den gelegentlichen Betrieb, um hin und wieder das schöne Flammenbild zu genießen, ist der Wirkungsgrad auch nicht das einzig maßgebliche Kaufkriterium. Technisch hochwertige und ästhetisch anspruchsvolle Wohnraumfeuerstätten finden sich in allen Energieklassen von C bis A.

Das Interview hat der HKI zur Verfügung gestellt. Es wurde von der Pelletshome-Redaktion bearbeitet.

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