„Gutes Design fördert den Umweltschutz“

Mittwoch, 20. Juli 2011 | Autor: Joachim Berner

Ihren ersten Pelletofen hat die Wodtke GmbH bereits 1991 entwickelt. Bis heute legt die Tübinger Firma bei ihren Geräten großen Wert auf moderne Entwürfe. Pelletshome.com hat mit Geschäftsführerin Christiane Wodtke über die Bedeutung von ansprechendem Design, technischen Entwicklungen und politischen Rahmenbedingungen gesprochen.

Sie legen viel Wert auf ein modernes Design Ihrer Öfen. Warum?
Gutes Design fördert den Umweltschutz: Viele Menschen wünschen sich ein schönes Heizmöbel in ihrer Wohnwelt. Das hochwertige Wodtke-Design transportiert so den Umweltschutzgedanken direkt in die Wohnzimmer der Kunden. Design – basierend auf dem Gedanken der Nachhaltigkeit – ist das tragende Element der Marke Wodtke.  Ziel ist es, bleibende Werte zu schaffen und nicht nur Trends zu setzen. Unsere Produkte sind in Form und Qualität international unverwechselbar und eindeutig zu erkennen. Wir werden dafür seit Jahren von internationalen Jurys ausgezeichnet. 2011 ist unser bislang erfolgreichstes Jahr. Sechs unserer Produkte wurden mit verschiedenen internationalen Designpreisen ausgezeichnet, zwei sogar für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Für 2012 sind bereits weitere vier Produkte dafür nominiert.

Christiane Wodtke

Über welchen gestalterischen Entwurf haben Sie sich besonders gefreut?
Im Prinzip sind uns alle unsere Produkte, die wir mit viel Leidenschaft entworfen haben, lieb und teuer. Wenn es uns gelingt, ein besonders innovatives, zukunftsgerichtetes Produkt in den Markt einzuführen, sind wir natürlich besonders stolz. Die Pellet-Primäröfen ivo.tec und ivo.safe in Kombination mit dem Vorratsbehälter ivo.tower entsprechen genau unserer Gestaltungs-Philosophie.

Warum?
Ideal geeignet für den Einsatz in einem Niedrigenergie- beziehungsweise Passivhaus kann diese Kombination die Gesamtjahresversorgung mit etwa vier Füllungen sicherstellen. Damit haben wir einen weiteren Schritt in Richtung einer unabhängigen Gebäudeversorgung und darüber hinaus zu moderner Architektur gemacht.

Welche technische Innovation hat Sie besonders stolz gemacht?
Es war immer die Philosophie des Unternehmens, im Sinne der Nachhaltigkeit die Zukunft zu gestalten. Für Wodtke war die Entwicklung der Pellet-Primärofentechnik die logische Konsequenz. Begonnen hat es 1989, als mein Mitgesellschafter Dr. Hannes Kneissl erstmals erkannt hat, welche Chancen das Heizen mit dem CO2-neutralen Brennstoff Holzpellets bietet. Die Vorteile der Technik haben mich überzeugt. 1991 haben wir als erstes Unternehmen in Deutschland den Prototyp eines Pellet-Primärofens entwickelt und damit Jahre bevor der Brennstoff Pellets in der Bundesimmissionsschutzverordnung zugelassen war. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Wodtke damit Pionierarbeit geleistet hat. Wir haben maßgeblich dazu beigetragen, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. So haben wir  bereits 1992 die DIN-Registrierung beantragt, weil uns damals schon die Qualitätssicherung des Brennstoffs Holzpellets am Herzen lag. Unsere Entwicklung als Projekt mit Modell-Charakter hatte nicht nur Auswirkungen auf eine ganze Branche, sondern auch auf das Heizverhalten der Bevölkerung.

Was macht die Pellettechnik für sie so besonders?
Die Pellet-Primärofentechnik wurde für mich zu einer Lebensaufgabe. Noch heute bin ich all den Menschen dankbar, die uns unterstützt haben und uns geholfen haben, die hohen Hürden zu überwinden, um diese Technik als mittelständisches Unternehmen in Deutschland zu etablieren. Wenn wir uns heute als führender Hersteller und Impulsgeber mit technischen Innovationen und vielfach prämiertem Design präsentieren, dann macht mich das stolz. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung auf mindestens 14 Prozent zu erhöhen. Dazu werden wir unseren Beitrag leisten.

Wodtke hat schon recht früh begonnen, auch raumluftunabhängige Pelletgeräte zu entwickeln. Weshalb?
Wodtke will sich mit seinen Produkten besonders im Bereich modernes Bauen positionieren. Deshalb haben wir die Leistungsbereiche unserer Pellet-Primäröfen auf den Einsatz in hoch wärmegedämmten Gebäuden wie Passiv- und Niedrigenergiehäusern abgestimmt. Die zukunftsweisende Möglichkeit der raumluftunabhängigen und dichten Luftzuführung erlaubt ihren Einsatz in modernen Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung. Der Gesetzgeber fördert zunehmend den Bau von hoch wärmegedämmten Gebäuden. Auch bei der Altbausanierung kommt der Gebäudehülle eine herausragende Stellung zu. Daraus resultieren auf der einen Seite sinkende Wärmebedarfsmengen, auf der anderen Seite werden moderne Gebäude fast zwingend mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung ausgestattet. In Kombination mit dem patentierten und vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassenen Differenzdruck-Controller DS 01 ist der gleichzeitige Betrieb einer raumluftabhängigen Feuerstätte mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung möglich.

Die gesetzlichen Emissionsvorschriften werden immer härter. Wie verbessern Sie den Verbrennungsablauf in ihren Pelletöfen?
Den klimaschonenden Effekt der Holzverbrennung können wir in Zukunft nur steigern, wenn es gelingt, die Abgasemissionen weiter zu reduzieren. Niedrige Emissionen waren für uns schon immer ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung. Ständig optimieren wir die Verbrennungsprozesse. Dazu gehören die detaillierte Gestaltung der Pelletbrenner und der Feuerraumgeometrie, die genaue Abstimmung und Regelung der Verbrennungsluftzuführung, die Verwendung von Vorrichtungen zur automatischen Entaschung des Brennerrosts, eine automatische Brennstoffmengenerkennung sowie die elektronische Überwachung und Anzeige der Reinigungsintervalle. Somit hat uns auch die Novellierung der Bundesimmissionsschutzverordnung vergangenen Jahr nicht überrascht, die erstmals in Deutschland gesetzliche Emissionsanforderungen für sämtliche Pelletöfen stellt. Die anspruchsvollen Anforderungen der ab 2015 gültigen Stufe 2 erfüllen wir schon heute.

Welche technologischen Herausforderungen sehen Sie in der Zukunft?
Als Impulsgeber versuchen wir natürlich, immer einen kleinen Schritt vorneweg zu gehen. Innovation heißt für uns, neben dem Design auch den technischen Fortschritt der Pellet-Primärofen- und Kaminofen-Produktwelt voranzutreiben. Raumluftunabhängige Feuerstätten, Kaminöfen für Stückholz mit integriertem Wasserwärmetauscher, hochkomplexe Feuerraumgeometrie zur Optimierung des Ausbrandes und Erhöhung des Wirkungsgrades, Wodtke-Thermoregelung, Pellet-Primärofentechnik mit Anbindungsmöglichkeit an Kommunikations-Systeme und vieles mehr. Wir entwickeln Problemlösungen immer im Hinblick darauf, Qualität und Komfort zu steigern.

Wie wichtig ist die Kombination mit einer Solarwärmeanlage beim Verkauf Ihrer Pelletöfen?
Die Kombination unserer Pellet-Primäröfen mit Wasserwärmetauscher, water+,  mit einer Solaranlage ist natürlich optimal. Je nach Energiebedarf und Wärmeisolierung kann dadurch die Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses sichergestellt werden – und das durchgehend CO2-neutral. Die Energieformen Sonne und Holz ergänzen sich dabei in optimaler Weise. Während die Solaranlage in den sonnenreichen Monaten die Brauchwassererwärmung übernimmt, versorgt der Pellet-Primärofen water+ einen zentralen Pufferspeicher im Bedarfsfall mit der nötigen Restwärme. Alternativ sind auch Kombinationen mit Wärmepumpen oder kontrollierter Wohnraumlüftung zum Beispiel mit Wärmerückgewinnung möglich.

Sie führen keine Sonnenkollektoren in Ihrem Produktprogramm. Warum nicht?
Dass wir keine Sonnenkollektoren in unserem eigenen Produktprogramm führen, kann man einfach als strategische Unternehmensentscheidung – auch im Hinblick einer Vertriebspartnerschaft – sehen. Unser unternehmerischer Kernbereich ist die Entwicklung und Herstellung von Kamin- und Pelletöfen. Wir halten uns zugute, dass wir das ganz besonders gut können.

Was sehen Sie als das größte Hindernis für eine weitere Verbreitung der Pellet-Technik an und wie ließe es sich beseitigen?
Erneuerbare Energien werden zur Stromerzeugung wieder favorisiert, Solar- und Windstrom sind in aller Munde. Doch der Wärmemarkt kommt zu kurz. Von den derzeit rund 17,8 Millionen zentralen Wärmeerzeugern im Bestand entsprechen nur rund 13 Prozent dem Stand der Technik, sind also effizient und mit einer regenerativen Energiequelle verbunden. Hinzu kommen rund 15 Millionen Einzelfeuerstätten, darunter auch Kamin- und Pelletöfen. Der größte Wärmebedarf besteht dabei durch den Raumwärmebedarf der privaten Haushalte. Nirgendwo anders, als im Wärmemarkt sind also die Einspar- und Effizienzpotenziale größer.

Dennoch hat die deutsche Pelletbranche ein schwieriges Jahr hinter sich.
Tatsächlich stellt sich die Marktentwicklung bei den Wärmeerzeugern nach einem schwierigen Gesamtjahr 2010 auch im ersten Halbjahr 2011 noch sehr verhalten dar. Dabei ist der Preis für Heizöl in den vergangenen Monaten wieder exorbitant angestiegen, während der Pelletpreis sich überaus stabil zeigte. Und die globale politische Forderung nach mehr Energieeffizienz müsste doch auch positiv für den Wärmemarkt sein. Doch eine globale Forderung reicht eben nicht aus. Während die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie vollzieht, müsste auch das nationale Energiekonzept im Hinblick auf den Wärmemarkt überarbeitet werden. Wir erwarten verlässliche und dauerhafte Impulse aus Berlin wie aus Stuttgart, um das CO2-neutrale Heizen mit Holz und Pellets zu fördern und den Wärmemarkt nachhaltig erneuerbar zu stärken. Dazu gehören auch verlässliche und dauerhafte Förderbedingungen, um verloren gegangenes Vertrauen der Verbraucher zurück zu gewinnen und stabile Zukunftsaussichten für die Hersteller und die Branche zu sichern.

Weitere Informationen: www.wodtke.com

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