AK Klimadialog: Heizen und Einkommen
Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern kann nur gelingen, wenn auf die soziale Verträglichkeit geachtet wird. Zu diesem Schluss kommt ein Standpunkte-Papier, die der AK Klimadialog der Arbeiterkammer vorgestellt hat.
AK Klimadialog untersucht Verteilung von Heizsystemen und Energieträgern
Für armutsbetroffene Haushalte stellt die Wärmewende eine ziemliche Herausforderung dar. Soviel steht für Sandra Matzinger fest. Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen und Maßnahmen wie etwa Sanierungsförderungen hält die Energieexpertin des AK Klimadialog für unzureichend. Ihre Einschätzung basiert auf der Studie “So heizt Österreich”, die sie zusammen mit Vanessa Lechinger von der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt hat. Um herauszufinden, welche Haushalte von den Regierungsplänen auf welche Art betroffen sind, haben sie die Verteilung von Heizsystemen und Energieträgern in Österreich nach unterschiedlichen sozioökonomischen Merkmalen und Regionen untersucht. Ein Ergebnis: Während reichere Haushalte eher Heizöl verwenden, benützen Haushalte mit den niedrigsten Einkommen Kohle, Brennholz und Strom.
Arbeiterkammer fordert Heizungsfonds
Für besorgniserregend halten die beiden Autorinnen, dass rund 16.500 Haushalte über kein fest installiertes Heizungssystem verfügen. Angesichts der Ergebnisse fordert die Arbeiterkammer eine kostenlose, leicht zugängliche und unabhängige Beratung über erneuerbare Heizungsmöglichkeiten sowie über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Außerdem spricht er sich für einen Heizungsfonds aus. Er soll armen Haushalten den Umstieg auf ein sauberes Heizungssystem finanzieren. Für die Fernwärmeversorgung drängt die Arbeiterkammer unter anderem auf transparente Vertragsbedingungen, effektive Preiskontrollen, eine unabhängige Beratung sowie einfachere Rechtsdurchsetzungsmöglichkeiten.
Heizungsarten und Energieträger
AK Klimadialog: So heizt Österreich
Rund eine Million beziehungsweise 27 Prozent der Haushalte in Österreich verwenden Gas als häufigsten Energieträger zum Heizen, gefolgt von Fernwärme (25 Prozent), Brennholz und Heizöl (je 16 Prozent), Strom (sieben Prozent) und Holzpellets (fünf Prozent). Regionale Unterschiede gibt es vor allem bei den verwendeten Energieträgern: In Südösterreich wird neben Fernwärme und Heizöl besonders oft Brennholz verwendet, in Westösterreich hingegen Heizöl und in Ostösterreich Gas und Fernwärme. Kohle, die von 18.000 Haushalten genutzt wird, kommt überdurchschnittlich häufig im Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark sowie in den untersten zwei Einkommensdezilen vor. “Die Zusammenhänge zwischen dem Haushaltseinkommen, der Zusammensetzung des Haushalts und der Heizart müssen bei einem Phase-Out unbedingt beachtet werden”, sagt Studienautorin Lechinger.