22. Herbstforum Altbau
Neue Entwicklungen in der energetischen Gebäudesanierung hat das 22. Herbstforum Altbau beleuchtet. Organisiert von Zukunft Altbau fand es am 25. November 2020 statt.
22. Herbstforum Altbau stellt serielles Sanieren vor
Architekt Roland Matzig, einer der Pioniere für serielle Sanierung, beleuchtete die Entwicklung von vorgefertigten Bauteilen zur energetischen Sanierung beim 22. Herbstforum Altbau. In Deutschland sind industrielle Ansätze bei der Gebäudesanierung noch weitgehend unbekannt. Sie bieten aber eine große Chance, die Sanierung des Gebäudebestandes zu beschleunigen und zu vereinfachen. Das neuartige Konzept setzt auf Digitalisierung, standardisierte Prozesse und vorgefertigte Bauelemente. Am Beispiel von dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern zeigte der Passivhausexperte, dass nach der Planungsphase die Dämmung der Fassade in nur wenigen Tagen realisiert werden kann – und das ohne Gerüst. Verbreite sich dieses Vorgehen zusätzlich zu den etablierten Methoden der energetischen Sanierung, könnte der klimaneutrale Gebäudebestand 2050 tatsächlich Wirklichkeit werden.
Bauexperte hält Baustoffrecycling für unabdingbar
Dämmstoffe vermeiden über die Lebensdauer betrachtet erheblich mehr Energie und Treibhausgase als ihre Herstellung erfordert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Martin Pehnt vorstellte, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Vorstand des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg. Die Studie untersucht die Ökobilanz von Dämmstoffen. Das Fazit von Pehnt lautet: “Auf Dämmung aufgrund grauer Energie verzichten ist falsch.” Dabei seien die Unterschiede zwischen den verschiedenen Dämmstoffen meist nicht sehr groß. Außerdem lautet seine Empfehlung: Um die Werte noch weiter zu verbessern und Ressourcen zu schonen, sei ein Ausbau des Baustoffrecyclings unbedingt nötig. Im kommenden Jahr findet das Herbstforum Altbau am 24. November 2021 statt.