UBA veröffentlicht vorläufige Feinstaub-Bilanz 2016

Samstag, 11. Februar 2017 | Autor: Joachim Berner

In Österreich ist die Belastung mit Feinstaub im vergangenen Jahr deutlich unter den Durchschnitt der letzten 15 Jahre gesunken. Das meldet das österreichische Umweltbundesamt (UBA). Kein Grund zur Entwarnung, denn der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Richtwert wurde an nahezu allen Messstellen überschritten.

Warmes Wetter hilft

Als wichtigsten Grund für die niedrigen Feinstaubemissionen nennt das Umweltbundesamt das warme Wetter in den Wintermonaten. Inversionslagen, das heißt Wettersituationen, in denen sich der Feinstaub in bodennahen Luftschichten anreichert, sowie ein grenzüberschreitender Schadstofftransport aus Ostmitteleuropa seien vergleichsweise selten aufgetreten. Besonders niedrig belastet waren der Norden und Nordosten. In Ebenthal und Klagenfurt sowie an vier Messstellen in Graz haben die Feinstaubemissionen dagegen das vom Immissionsschutzgesetz Luft gesetzte Limit überschritten. Laut der gesetzlichen Verordnung dürfen die Feinstaubwerte an 25 Tagen im Jahr nicht über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen.

EU und WHO setzen schärfere Kriterien für Feinstaub

Die EU schreibt in ihrer Luftqualitätsrichtlinie ein schärferes Grenzwertkriterium vor. Demnach darf der Tagesmittelwert an 35 Tagen nicht 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten. Laut den vorläufigen Daten des Umweltbundesamtes war das an zwei Messstellen in Graz im vergangenen Jahr der Fall: in Graz Süd an 36 Tagen und in Graz Don Dosco an 37 Tagen. Noch strenger definiert die Weltgesundheitsorganisation ihren Richtwert. Der höchste Tagesmittelwert darf überhaupt nicht über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Er wurde in Österreich laut Umweltbundesamt jedoch an nahezu allen Messstellen überschritten.

UBA analysiert Ursachen für Rückgang von Feinstaub

Die Feinstaub-Bilanz für das Jahr 2016 beruht auf vorläufigen Daten aus den Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Das Umweltbundesamt will die Qualitätssicherung der Daten im zweiten Quartal 2017 abschließen. Erst dann kann es die definitiven Grenzwertverletzungen feststellen. Außerdem führt die staatseigene Einrichtung derzeit eine weitergehende Ursachenanalyse durch, deren Ergebnisse sie im Frühjahr 2017 vorlegen will. Der Großteil der österreichischen Feinstaubemissionen stammt aus der Industrie (36 Prozent), der Landwirtschaft (21 Prozent), dem Kleinverbrauch (19 Prozent, vor allem aus Kleinfeuerungsanlagen) und dem Verkehr (18 Prozent).

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