Raus aus dem Erdgas, rein ins Holz
Raus aus dem Erdgas – das fordern die Autorinnen und Autoren der Marktstudie “Innovative Energietechnologien in Österreich: Marktentwicklung 2019″. In ihrer Erhebung haben sie Daten zur Entwicklung erneuerbarer Energien gesammelt.
Raus aus dem Erdgas bis 2050 möglich
“Angesichts der aus dem bestehenden Macht- und Interessensgefüge resultierenden Handlungsträgheiten wird einerseits empfohlen, die weitere Marktdiffusion von Ölkesseln so rasch wie möglich auslaufen zu lassen und in Anlehnung an den Erfolg der “Raus aus dem Öl” Kampagne eine Strategie in Richtung “Raus aus dem Erdgas” zu entwickeln und zu etablieren”, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrer Marktstatistik. In vielerlei Hinsicht sei eine solche Strategie wesentlich anspruchsvoller als die Raus aus dem Öl-Kampagne, da es sich um einen massiven Eingriff in bestehende kapitalintensive Infrastrukturen, Unternehmensstrukturen und große Marktanteile handele. Vorlaufzeiten würden in diesem Bereich auch durch die erforderliche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten entstehen, welche prompt durchgeführt werden sollten. Aus rein technischer und ökonomischer Sicht hält es das Autorinnenteam für möglich, den Energieträger Erdgas im nationalen Energiemix bis 2050 auf ein Minimum reduzieren zu können.
Marktdaten 2019: Kosten für Holzkessel müssen sinken
Stattdessen könnten die Menschen beispielsweise mit Biomasse anstatt mit Erdgas heizen. Dazu müssten die Absatzzahlen aber weiter steigen. Im Jahr 2019 wurden auf dem österreichischen Markt laut der Marktstatistik 6.750 Pelletskessel, 2.088 typengeprüfte Stückholzkessel, 837 Stückholz-Pellets-Kombikessel sowie 1.920 Hackschnitzelkessel abgesetzt. Zusätzlich konnten 1.838 Pelletsöfen, 5.494 Herde und 6.368 Kaminöfen verkauft werden. Durch die Wirtschaftstätigkeit im Biomassekessel- und -ofenmarkt konnte 2019 ein Umsatz von 942 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Österreichische Biomassekesselhersteller setzen üblicherweise etwa vier Fünftel ihrer Produktion im Ausland ab. Um weiterhin Erfolge auf internationalen Märkten erzielen zu können, hält das Studienteam eine weitere Kostensenkung der Anlagentechnik unter Beibehaltung der hohen technischen Qualität für erforderlich.