Mitte März hat mit der ISH 2015 die Weltleitmesse der Sanitär- und Heizungstechnik stattgefunden. Alle zwei Jahre präsentiert sie die Neuheiten bei Holz- und Kaminöfen. Im Interview mit Pelletshome.com stellt René König von Feuer-Fuchs.de die Trends in der Ofentechnik vor.
Herr König, welche Trends haben Sie auf der ISH bei Holzöfen ausgemacht?
Modellbausätze, die dem Endverbraucher den langen mühseligen Aufbau durch einen Kaminofensetzer und zudem das Zwei- bis Dreifache an Kosten ersparen. Im Ofen verbaute Speichersteine sind ein weiterer Trend. Außerdem setzen nach wie vor so gut wie alle Hersteller weiterhin auf runde Modelle.
Können Sie den für Sie wichtigsten technischen Fortschritt in der Ofentechnik aus den vergangenen Jahren beschreiben?
Der größte technische Fortschritt bestand eigentlich in der zwanghaften Umsetzung der vom Bund verschärften Bundesemissionsschutzverordnungen.
Mit der Novelle der Bundesimmissionsschutzverordnung haben sich die Anforderungen an die Emissionen aus Einzelraumfeuerstätten verschärft. Alte Geräte müssen ausgetauscht werden. Spüren Sie einen zusätzlichen Absatz dadurch?
Der erhöhte Absatz durch die Novellierung ist eigentlich kaum spürbar. Das liegt aus unserer Sicht daran, dass es lange Übergangsfristen gibt. Lediglich Geräte, die vor 1975 installiert worden sind, mussten bislang ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Wir sprechen also von ohnehin 40 Jahre alten Geräten, von denen es nicht mehr so viele gibt. Für Geräte, die zwischen 1975 und 1984 eingebaut wurden, gilt eine Frist bis zum 31. Dezember 2017. Geräte aus den Jahren 1985 bis 1994 müssen bis 31. Dezember 2020 ausgetauscht werden. Jüngere Geräte genießen Bestandsschutz bis zum 31. Dezember 2024.
Achtet die Mehrheit Ihrer Kundinnen und Kunden beim Kauf eines Ofens oder Kamins eher auf die Energieeffizienz oder auf das Design der Modelle?
Da die Bundesemissionsschutzverordnung unter anderem auch den Mindestwert des Wirkungsgrades vorgibt, arbeiten moderne Kamin- und Pelletsöfen ohnehin sehr effizient. Daher steht für unsere Kundinnen und Kunden das Design im Vordergrund.
Immer mehr Anbieter von Holzkesseln bieten ihre Geräte mit einer Fernbedienung über eine Smartphone-App an. Hat sich diese Entwicklung auch bei Holz- beziehungsweise Pelletsöfen durchgesetzt?
Zumindest für Pelletsöfen bieten bereits etliche Hersteller die Funktionssteuerung per App oder WLAN über ein Smartphone oder Tablet-PC an. Bei normalen Scheitholzöfen gibt es sie so gut wie nicht, da keine Technik vorhanden und vonnöten ist, auf die zugegriffen werden kann. Wir konnten bei einem unserer Hersteller eine Entwicklung erkennen, bei dem per Tablet-PC eine elektronisch gesteuerte Zuluftregelung möglich ist. Auch Daten wie die Temperatur könnte man einsehen. Dass das vom Markt in Zukunft stärker verlangt wird, glaube ich nicht.
Erleben Sie in Ihrem Berufsalltag, dass Kundinnen und Kunden solche Entwicklungen überhaupt nachfragen?
Bei Pelletsöfen kommt es gelegentlich vor. Den Großteil der Kunden müssen wir jedoch auf diese mögliche Funktion hinweisen. Es löst dann Erstaunen aus, dass so etwas machbar ist, findet aber gleichzeitig auch positiven Anklang.
Sie führen ein breites Sortiment an namhaften Ofenherstellern. Welche Art von Öfen sind die Verkaufsschlager in Ihrem Geschäft?
Verkaufsschlager sind nach wie vor klassische, zeitlose Modelle im mittleren Preissegment, oftmals mit Specksteinverkleidung. Aber auch die etwas nostalgischeren Modelle in Guss oder mit Keramikverkleidung werden sehr gerne gekauft.
Welche Rolle spielen Pelletsöfen für ihren Geschäftsumsatz?
Wir können eine stetige Steigerung erkennen und werden unser Sortiment dahingehend auch dieses Jahr erweitern. Der Anteil an Pelletsöfen macht derzeit 15 bis 20 Prozent aus.
Worin unterscheiden sich Käuferinnen und Käufer eines Pelletsofens von denen, die nach einem Stückholzgerät suchen?
Kundinnen und Kunden, die sich für einen Pelletsofen entscheiden, tun das oftmals aus den gleichen Beweggründen. Dazu gehören die mögliche Programmierbarkeit des Geräts und die einfache, saubere Handhabung, was das Nachfüllen und die Lagerung des Brennstoffs betrifft. Die Zielgruppe ist allerdings gemischt: Ältere Menschen, die nicht mehr gut schwere Holzmengen tragen können oder wollen, sowie Berufstätige, für die das Programmieren der automatischen Ein- und Ausschaltung im Vordergrund steht.
Weitere Informationen: www.feuer-fuchs.de