PVT auf Seniorentagesstätte in Johannesberg
Solarstrom und Sonnenwärme für das Haus erzeugen und das in einer einzigen Anlage: PVT-Module machen es möglich. Die Technologie kombiniert Photovoltaikmodule und solarthermische Kollektoren.
PVT
Die hybriden Solarsysteme bestehen aus zwei Schichten. “Obenauf liegt das klassische Photovoltaikmodul, das Solarstrom erzeugt”, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Darunter befindet sich ein solarthermischer Kollektor, durch den ein Wärmeträger strömt. Die Abwärme des Solarstrommoduls und die Umgebung wärmen den Wärmeträger im Kollektor auf. Die Wärme aus der Anlage dient als Wärmequelle für die Wärmepumpe, in den meisten Fällen eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. In Gebäuden mit einem einigermaßen guten Energiestandard reicht der PVT-Kollektor als alleinige Wärmequelle für die Wärmepumpe aus. Die Kombination ist leiser als die auf dem Markt dominierenden Luft/Wasser-Wärmepumpen, zudem ist kein Außengerät im Garten nötig. Auch sind keine teuren Erdsonden oder Erdkörbe erforderlich. Der Strom, den der Photovoltaikanteil der Anlage liefert, wird anteilig für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet. Anschließend wird die Wärme zur Beheizung und als Warmwasser genutzt.
Nützlich auf jeden Fall in kleinen sanierten Gebäuden
Sinnvoll eingesetzt werden können die Hybridkollektoren in Ein- oder Zweifamilienhäusern, die über eine Dämmung verfügen. Eine PVT-Anlage reicht dort in der Regel als einzige Wärmequelle aus, um die Wärmepumpe zu versorgen. Jedoch muss genug Dachfläche vorhanden sein. “Potenzial besteht auch in teilweise sanierten Mehrfamilienhäusern in Innenstädten – zumindest als Ergänzung”, sagt Hettler. In diesem Fall seien beispielsweise Luft/Wasser-Wärmepumpen aufgrund der Geräuschentwicklung in vielen Fällen nicht möglich. Auch Erdwärmekollektoren und Erdsondern seien wegen Platzmangels meist keine Option, Bohrungen für Brunnen oft nicht möglich. In der Regel wird hier eine weitere Wärmequelle oder ein ergänzender Wärmeerzeuger, eine sogenanntes Hybridsystem, erforderlich sein. PVT-Anlagen sind allerdings teurer als Photovoltaikanlagen: Ein Standard-PVT-Modul mit rund 1,7 Quadratmetern kostet etwa 500 Euro, reine Photovoltaikmodule mit 440 Watt Maximalleistung dagegen nur rund 150 Euro.