Ein Technikum zur Aufbereitung und Veredelung fester Biomasse baut das Österreichische Forschungsinstitut für Chemie und Technik (Ofi) im Wiener Arsenal. Damit reagiert es nach eigenen Angaben auf aktuelle Marktbedürfnisse. “Führende Energieversorger sehen in neuen festen Brennstoffen ein enormes Marktpotenzial. Die Nachfrage ist aktuell deutlich höher als das Angebot. Ziel unserer verstärkten Forschungstätigkeit ist es, die Entwicklung der Biomasseaufbereitung und Brennstoffentwicklung voranzutreiben. Dadurch wird es uns möglich, der Industrie fundiertes Know-how für die Produktentwicklung und Produktion von alternativen Brennstoffen zur Verfügung zu stellen”, erklärt Ofi-Geschäftsführer Georg Buchtela.
Spatenstich für das neue Biomasse-Technikum am 12. März 2012. Foto: Ofi
Das Bioenergie-Technikum soll im Erdgeschoss des dreigeschossigen Neubaus untergebracht sein. Insgesamt investiert das Institut drei Millionen Euro. Im Frühjahr 2013 sollen die Biomasse-Forscher mit ihrer Arbeit in den neuen Laboren starten können. “Aufgrund der Möglichkeiten im Technikum können aus ungenutzten Ressourcen hochwertige Brennstoffe hergestellt werden. In wenigen Tagen ist es uns möglich, aus jedem Rohstoff beziehungsweise Abfall ein hochwertiges Brikett oder Pellet zu erzeugen, in einer Menge, mit der man Verbrennungsversuchsreihen durchführen kann. Rinde ohne Sand oder Stroh ohne Alkalimetalle – im Technikum ist fast alles möglich”, beschreibt Ofi-Institutsleiter Bioenergie und Umwelttechnik Martin Englisch die möglichen Entwicklungsarbeiten.