Pelletsbranche will Erneuerbaren-Wärme-Gesetz
Ohne Wärmewende keine Energiewende, ohne Energiewende keine Klimawende – der Branchenverband Pro Pellets Austria und die vier oberösterreichischen Leitbetriebe Fröling, Hargassner, Ökofen und Windhager wollen mehr Tempo beim Erneuerbaren-Wärme-Gesetz.
Österreichische Kesselhersteller bereit für Erneuerbaren-Wärme-Gesetz
Österreich hinkt im Vergleich zu den Nachbarländern hinterher: Die deutsche Ampelkoalition hat sich jüngst und nach heftigen Debatten auf das Gebäudeenergiegesetz geeinigt und die Schweizer Bevölkerung hat erst kürzlich mit knapp 60 Prozent für den Weg ihres Lands in die Klimaneutralität gestimmt. “Immer mehr Menschen in Österreich sind für eine rasche Energiewende. Die österreichische Wirtschaft ist bereit dafür. Wir brauchen aber dringend auch die rechtlichen Rahmenbedingungen”, sagt Christian Rakos (im Bild dritter von links), Geschäftsführer von Pro Pellets Austria. Unterstützt wird er von den Kesselherstellern Fröling, Hargassner, Ökofen und Windhager. Zusammen erwirtschaften sie mit ihren 3.800 Mitarbeiter:innen rund 1,5 Milliarden Umsatz jährlich. Die Unternehmen, mit bis zu 70 Prozent Exportquote, haben die Verunsicherungen und den Ölheizungsboom, die die heftige öffentliche Debatte um das Gebäudeenergiegesetz in Deutschland ausgelöst hat, durch dramatische Geschäftsrückgänge gespürt. Sie fordern daher Rechts-, Planungs- und Investitionssicherheit in Österreich für den schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energie beim Heizen.
Statements der vier Pelletskesselhersteller
Windhager-Geschäftsführer Stefan Gubi (im Bild zweiter von rechts): “Wie wichtig das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz ist, zeigt schon, dass sich vier Mitbewerber heute gemeinsam dafür einsetzen. Die Wärme- und Energiewende hat das Potenzial zu einem Exportschlager ,Made in Austria‘ zu werden. Schon jetzt sind österreichische Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energie im Export europaweit an der Spitze. Diese große Chance auf einen regelrechten Erneuerbaren-Turbo für Export, Wachstum und Beschäftigung müssen wir nutzen. Wir als Windhager haben uns entschieden 100 Millionen Euro in den Standort Österreich zu investieren. Wir benötigen aber auch dringend die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen.”
Ökofen-Gründer Herbert Ortner (im Bild rechts): “Wir haben wie unsere Mitbewerber dreistellige Millionenbeträge in die Technologieentwicklung gesteckt und bieten heute Heizungen an, die höchste Effizienz und so niedrige Emissionen erreichen, dass sie kaum mehr messbar sind. Diese Technologieführerschaft kann aber nur gesichert werden, wenn es auch zu einer langfristig planbaren Marktentwicklung kommt. Die Regierung sollte jetzt zeigen, dass es ihr mit dem Umstieg auf heimische erneuerbare Energie ernst ist!“
Hargassner-Geschäftsführer Markus Hargassner (im Bild zweiter von links): “Neben dem Erneuerbaren- Wärme-Gesetz ist auch die gesetzliche Verankerung einer Pelletbevorratung essenziell. Damit kann für unsere Kunden eine 100 Prozent sichere Versorgung mit Brennstoff gewährleistet werden, damit es nicht wieder zu ähnlichen Problemen kommt, wie im vorigen Jahr. Versorgungssicherheit ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass wir erfolgreich auf einen heimischen Energieträger umsteigen.”
Fröling-Prokurist Gerhard Schöfberger (im Bild links): “Pelletheizer haben sich in den letzten zehn Jahren in Österreich im Vergleich zur Nutzung von Heizöl insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro erspart. Ein Haushalt, der 2012 eine Pelletheizung gekauft hat, hat sich bisher über 12.000 Euro an Heizkosten erspart. Für unsere Volkswirtschaft bedeutet das, dass alleine in den letzten zehn Jahren 5,3 Milliarden Liter Heizöl durch einen heimischen erneuerbaren Energieträger ersetzt wurden. Das zeigt, dass das Erneuerbare-Wärme-Gesetz sowohl für den einzelnen Haushalt, als auch für die gesamte Volkswirtschaft bedeutende langfristige Vorteile mit sich bringen würde. Dazu kommt eine Emissionsreduktion um rund 13 Millionen Tonnen CO2.”