ÖBV: Winterlicher Stromverbrauch für den Wärmemarkt gefährdet Energiewende

Donnerstag, 06. April 2017 | Autor: Joachim Berner

Als Gefahr für die Energiewende bezeichnet der Österreichische Biomasse-Verband (ÖBV) den verstärkten fossilen Stromverbrauch für den Wärmemarkt im Winter. Er wirke sich verheerend auf die Klimabilanz aus.

Fossiler Stromverbrauch steigt im Winter

Der kalte Januar hat in Österreich die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern auf einen Rekordwert getrieben. Das zeigen aktuelle Daten der Regulierungsbehörde E-Control. Kohle- und Gaskraftwerke mussten auf vollen Touren laufen, weil aufgrund niedriger Pegelstände und gefrorener Gewässer die Wasserkraft nur 30 Prozent des Stromverbrauchs liefern konnte. “Wärmepumpen und Elektroautos können nur wenig zum Klimaschutz beitragen, wenn sie mit Strom aus Kohlekraftwerken betrieben werden”, erläutert ÖBV-Präsident Josef Plank, warum er den zunehmenden Stromverbrauch zur  Wärmeerzeugung in den Wintermonaten für kritisch hält. Energiemarktanalysten des österreichischen Beratungsunternehmens E7 hätten errechnet, dass die Abdeckung von 25 Prozent des österreichischen Wärmebedarfs durch Luftwärmepumpen eine Spitzenlast erfordern würde, die etwa 35 Prozent der Stromerzeugungskapazität eines Wintertages entspreche.

ÖBV fordert mehr Kraft-Wärme-Kopplung mit Biomasse

Die niedrigen Temperaturen im Januar hatten mit 7.019 Gigawattstunden einen um 20 Prozent gesteigerten Stromverbrauch gegenüber einem Durchschnittsmonat zur Folge, informiert der ÖBV. Im Vergleich zum Januar 2016 habe der Stromverbrauch um sieben Prozent höher gelegen. Die rund 3.000 Gigawattstunden aus fossilen Kraftwerken führten im Januar zu Kohlendioxidemissionen von fast 700.000 Tonnen. “Biomasse dagegen liefert als einzige erneuerbare Energiequelle über das ganze Jahr und 24 Stunden am Tag zuverlässig Strom”, sagt Plank. Durch die gleichzeitige Strom- und Wärmeproduktion bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) von Biomasse würden jährlich etwa 3,5 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart. “Die Stromerzeugung aus Biomasse in KWK-Anlagen sollte forciert werden, weil sie durch Bereitstellung von Fernwärme den Stromverbrauch im Winter senkt und zudem Strom bei fehlenden erneuerbaren Kapazitäten im Winter liefert”, fordert Plank.

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