Neue Prüfmethode für Holzheizkessel: Projekt gestartet

Mittwoch, 28. August 2019 | Autor: Joachim Berner

Prüfmethode: Tageslastprofile einer Feuerung Prüfmethode: Tageslastprofile einer Feuerung Eine neue Prüfmethode für Holzheizkessel entwerfen das Deutsche Pelletinstitut, das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergy 2020+. Es soll im Gegensatz zur bisherigen Typprüfung die Heizpraxis besser abbilden.

Neue Prüfmethode soll Kesseleffizienz realistischer ermitteln

“Gegenstand des Verbundvorhabens ist es, die Prüfstandmethode so weiterzuentwickeln, dass der Lastverlauf eines Kessels beim Test mit deutlich besserem Praxisbezug abgebildet werden kann”, erläutert Hermann Hansen von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoff (FNR), die als Projektförderer das Vorhaben begleitet. Mit der neuen Prüfmethode solle das zukünftige Betriebs- und Emissionsverhalten automatisch beschickter Pellets- und Hackschnitzelkessel realistischer bewertet werden können. Sie solle außerdem eine Beurteilung verschiedener Effizienz- und Emissionskennwerte von Holzheizkesseln ermöglichen. Neben einem zu definierenden Lastzyklus wollen die Projektpartner eine einheitliche Mess- und Auswertungsmethodik sowie die Eigenschaften der Prüfbrennstoffe festlegen, um eine Vergleichbarkeit von Messungen gewährleisten zu können. Anschließend soll die neue Prüfmethode in einem Ringversuch durch mehrere erfahrene Prüfinstitute auf ihre Anwendbarkeit und Reproduzierbarkeit hin getestet und bewertet werden.

Wie bisher getestet wird

Das neue Prüfstands-Testverfahren kann als Grundlage für ein Zertifizierungsprogramm für Holzheizungen dienen. Bislang werden Holzheizungen in europaweit standardisierten, aufwendigen Prüfstandsmessungen auf Effizienz, Emissionen, Funktion und Sicherheit geprüft. Bei der aktuell in der DIN EN 303-5 festgelegten Methode für die Typenprüfung erfolgt das zu genau definierten Lastzuständen. “Da die Lastzustände den tatsächlichen Lastverlauf einer Heizung in der jeweiligen Einbausituation jedoch nur unzureichend abbilden, weichen die in der Typenprüfung ermittelten Wirkungsgrade und Emissionen zum Teil erheblich von den in häuslichen Einbausituationen gemessenen Praxiswerten ab”, erklärt Hansen. Aus den Ergebnissen der Typprüfung könne nur unzureichend auf die in der Praxis zu erreichenden Wirkungsgrade und Emissionen gefolgert werden, da diese vom tatsächlichen Lastverlauf und sonstigen Faktoren beeinflusst würden. Bei der neuen Prüfmethode simuliere der Lastzyklus dagegen den Jahreswärmebedarf in Form eines dynamischen Kesselbetriebes. Er wurde basierend auf den Tageslastprofilen entwickelt.

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