Feuerungsprüfstand des TFZ in Straubing
Zur realitätsnahen Bewertung von Biomassekesseln hat das Technologie- und Förderzentrum in Straubing die neue Lastzyklus-Methode entwickelt. Sie soll Herstellern helfen, ihre Kesseltechnik zu optimieren.
Lastzyklus-Methode berücksichtigt ungünstige Betriebszustände
Weil von den Bewohner:innen eines Hauses nicht immer gleichbleibend viel Wärme abgenommen wird, kommt es zu schwankenden Wärmeanforderungen bei Biomassekesseln. Klassischerweise durchlaufen sie sogenannte Typenprüfungen bevor sie zugelassen werden. Jedoch finden diese bisher unter idealisierten Bedingungen statt und spiegeln damit nicht die reelle Effizienz und das Emissionsverhalten der Kessel wider. Aus diesem Grund haben die Wissenschaftler:innen des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing zusammen mit Bioenergy and Sustainable Technologies die Lastzyklus-Methode entwickelt. Sie berücksichtigt auch ungünstige Betriebszustände, wie beispielsweise Kesselstart und Taktbetrieb. “Die Methodik hinter der neuen Prüfung haben wir in einem englischsprachigen Methodenhandbuch zusammengefasst, welches die Lastzyklus-Methode genau beschreibt und der nationalen sowie internationalen Industrie dienen soll”, sagt TFZ-Mitarbeiterin Claudia Schön.
Was hinter der Testmethode steckt
Die praxisnahe Prüfmethode bindet ungünstige Betriebszustände in die Typenprüfung mit ein. Beispielsweise erfasst sie auch den Kesselneustart oder den Taktbetrieb – also das Ein- und Ausschalten des Kessels wegen eines geringen Wärmebedarfs. “Im Vergleich zu bisherigen Prüfergebnissen ist die Lastzyklus-Methode imstande, höhere Emissionen und verringerte Effizienz dieser Betriebszustände abzubilden”, erklärt Schön. Bei einer gängigen Typenprüfungen laufen die Kessel konstant auf einer Leistung von 100 beziehungsweise 30 Prozent. In diesem Ideal werden die schwankenden Anforderungen des Biomassekessels nicht berücksichtigt. Jedoch gibt es schon jetzt hochwertige und optimal eingestellte Pelletskessel, welche unter realen Bedingungen sehr niedrige Emissionswerte erzielen. „Mithilfe der Lastzyklus-Methode können Heizkessel noch weiter optimiert werden, sodass der Brennstoff optimal ausgenutzt wird und wenig Emissionen entstehen“, sagt Schön.