Statt Umweltschutz regele die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ihren vielen Ausnahmen einen umfassenden Bestandsschutz für museumsreife Heizkessel, kritisiert der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). “Das geht auf Kosten der Verbraucher und der Umwelt”, sagt Geschäftsführer Jörg Mayer. Veraltete Heiztechnik führe zu unnötig hohen Heizrechnungen und schade der Umwelt.
Museumsreife Heizkessel müssen wegen Ausnahmeregelungen nicht getauscht werden
Vier von fünf Heizungen in deutschen Kellern entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Die Nachrüstpflichten in der EnEV 2014 erfassen lediglich einen Bruchteil dieser Energieschleudern. Von den rund 20 Millionen betriebenen Öl- und Gasheizungen in Deutschland müssten nach Schätzungen des Solarverbandes mindestens 2,5 Millionen veraltete Heizkessel sofort ausgetauscht werden.
“Die EnEV bietet jedoch einen Ausnahmetatbestand für Ein- und Zweifamilienhäuser. Dieses Schlupfloch führt dazu, dass viele veraltete Kessel, die aus Klimaschutz- und Kostengründen längst ausgetauscht werden müssten, weiterhin Bestandsschutz genießen können”, erklärt Mayer. Für die Branche bleibe die EnEV insbesondere im Gebäudebestand hinter den Erwartungen und den Erfordernissen der Energiewende zurück.
Durch eine umweltfreundliche Sonnenheizung in Kombination mit moderner Pelletsheiztechnik ließen sich die Heizkosten in den meisten Haushalten mehr als halbieren. Der BSW-Solar fordert die Bundesregierung daher auf, die Weichen für einen ambitionierteren Umstieg auf erneuerbare Wärme zu stellen.